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MAS Tagestipps

 

Wochenweise werden wir Ihnen hier immer für 7 Tage Tipps präsentieren.

Woche 1 von 10.11.2020 - 16.11.2020
Woche 2 von 17.11.2020 - 23.11.2020
Woche 3 von 24.11.2020 - 30.11.2020

 

 

Tag 1 - 10.11.2020 - Immer Frontal ansprechen

Felicitas Zehetner, Obfrau und Gründerin der MAS Alzheimerhilfe

„Sich beim Sprechen zeigen, nicht von hinten anreden. Sprechen Sie die Person von vorn oder von der Seite an, niemals von hinten“, ist ein wichtiger Tipp im Umgang und der Kommunikation mit Menschen mit Demenz. Sie vermeiden so ein Erschrecken. Ebenso macht es keinen Sinn über eine Distanz hinweg zuzurufen. Das „Ich bin eh da“ oder was auch immer die Botschaft ist, kann von der/die Betroffenen nicht zugeordnet werden.

Kommen Sie gut durch diese herausfordernde Zeit.


Ihre Felicitas Zehetner

 

 

 

Tag 2 - 11.11.2020 - Beweg Dich!

Krisentipp von Mag.a Carmen Viereckl, Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin

Und dein Gehirn sagt Danke!

Sport und Bewegung sind in jeder Lebensphase wichtig zur Erhaltung der Gesundheit und wie neueste Forschungsergebnisse immer wieder beweisen: zur Förderung der geistigen Fähigkeiten. Auch wenn man die Wohnung nicht verlassen kann oder soll, viele Veranstaltungen und Angebote abgesagt und Einrichtungen vorübergehend geschlossen wurden, sollte man auf ausreichend Bewegung im Alltag achten. Wir empfehlen:  30 Minuten täglich (ein schönes Ziel!).
Bewegen kann man sich auch zu Hause und auch, wenn man wenig Platz in der Wohnung hat!
Wenn Sie einen Computer haben, können Sie viele Trainingsprogramme, Turn- und Yoga-Übungen, … für alle Altersklassen und Fitnesslevels über YouTube anschauen und mitmachen. Aber auch ohne technische Unterstützung gelingt ein Training zu Hause. Vielleicht waren Sie mal auf Reha oder Kur oder haben eine Physiotherapie besucht? Schauen Sie in den Unterlagen dazu nach, vielleicht haben Sie Anleitungen für gesundheitsfördernde Übungen für zu Hause mit bekommen, die sie nun wieder ausprobieren können? Gehen Sie dazu am besten auf den Balkon, die Terrasse oder zu einem offenen Fenster. Atmen Sie bewusst die frische Luft ein und genießen Sie die Sonne auf der Haut!

Zu dem Thema gibt es auch einen Buchtipp: Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke. (Manuela Macedonia, Verlag Brandstätter) Und unterstützen Sie bitte Ihre BuchhändlerIn ums Eck.

 

 

 

 

Tag 3 - 12.11.2020 - Das Problem mit dem Hinausgehen

Maga. Stefanie Plötzeneder
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin

Das Problem mit dem Hinausgehen
Wenn zum Beispiel der starke Wunsch da ist, das Haus zu verlassen, kann eine gemeinsame kurze Runde ums Haus und anschließend Ablenkung helfen. Lange draußen bleiben soll man vernünftigerweise derzeit nicht. Da bei unseren Klienten das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist, sollten Betreuungspersonen empathisch auf den Menschen  mit Demenz eingehen und können ihn so auch wieder aus der Aktion heraus begleiten. Wenn man es schafft, die Person abzulenken, hat man schon gewonnen. Dann ist das Hinausgehen im nächsten Moment kein Thema mehr. Zum Beispiel könnten auf dem Weg zur Haustüre interessante Dinge deponiert werden, die von dem Vorhaben des Hinausgehens ablenken könnten (Bücher, Gegenstände die der Betroffene mag,…). Ein allgemeingültiges Rezept gibt es aber nicht, da jeder Betroffene trotz „gemeinsamer“ Erkrankung eine eigene Persönlichkeit hat. Das Weglaufen ist für den Menschen mit Demenz häufig eigentlich ein Hinlaufen, diese Personen suchen meist Halt und Sicherheit.

Für so spezielle Situationen ist es gut und wichtig die Biografie der betroffenen Person aber auch deren Demenzstadium zu kennen. Ablenken, ausreichend beschäftigen, gemeinsam hinausgehen, sich körperlich betätigen kann helfen.
Ansonsten sollte die Erklärung zur derzeitigen Situation  dem Demenzstadium angepasst sein. In einem frühen Stadium ist eine fachliche Erklärung noch gut: „Es gibt eine spezielle Erkrankung, einen Virus. Wir müssen Herrinnen bleiben.“
Bei fortgeschrittenem Stadium ist es vergleichbar, wie wenn man es einem Kind erklären würde. „Viele Menschen sind krank. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht anstecken. Wir müssen Abstand halten.“
Oder aber nachdem viele Angehörige zu Hause sind und jetzt mehr Zeit haben, kann diese Zeit bewusst genutzt werden, um gemeinsam Spaziergänge zu machen, sich zu beschäftigen und ein wenig auszupowern.“

 

 

Tag 4 - 13.11.2020 - Mit Hund oder Ohne

Krisentipp von Karin Laschalt, Leiterin aller Demenzservicestellen der MAS Alzheimerhilfe

„Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund“ (Hildegard von Bingen)




Tagestipp ohne Hund: Entdecken Sie Ihre Umgebung
Öffnen Sie ganz bewusst das Fenster und lauschen dem Vogelgezwitscher. Was hören Sie? Ein Vogel? Welcher? Mehrere? Wenn Sie ein Stück Natur vor Ihrem Haus haben, halten Sie Ihre Augen offen, ob ein Eichhörnchen, eine Maus oder vielleicht eine Nachbarskatze vorbeiläuft. Wenn Sie selbst eine Katze haben, streicheln Sie sie ganz bewusst (und nicht nur so nebenbei) und besprechen Sie mit Ihrem Partner/Elternteil die schöne Fellfarbe oder wie weich die Katze sich anfühlt, wie laut man das Schnurren hören kann oder spüren, wie sich das Schnurren anfühlt wenn man die Katze dabei berührt.
Oder aber erfreuen sich über eine Tiersendung im Fernsehen (oder im Internet). Sehen Sie, was es zu entdecken gibt.

 

 

 

 

Tag 5 - 14.11.2020 - Ich sortiere meine Fotos

Krisentipp von Carmen Viereckl - Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der …

Fast jeder, der mich kennt, weiß um meine große Leidenschaft: Pferd und Reiten! Seit 2,5 Jahren begleitet mich meine Maus jetzt schon und in dieser Zeit sind viele, viele Fotos entstanden! Die meisten davon habe ich digital auf dem PC oder am Handy gespeichert, aber einige flattern auch ausgedruckt und entwickelt in der Wohnung herum. Ständig nehme ich mir vor, diese mal zu sortieren, auszumustern, zu entwickeln, einzukleben. Doch nie komme ich dazu. Bis jetzt! Die Krise als Chance!
Haben Sie nicht auch solche Vorhaben zu Hause, die Sie schon ewig vor sich herschieben? 
Die Durchsicht alter Bilder weckt Erinnerungen und schafft viel Gesprächsstoff und durch das Einkleben, sortieren und Beschriften der Fotos in Alben werden nebenbei auch noch die Feinmotorik und Alltagsfähigkeiten trainiert! Nutzen Sie diese Chance!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 06 - 15.11.2020 - Reisen im Kopf

Gerlinde Schachinger, MAS Demenztrainerin, MAS Alzheimerhilfe

Reisen im Kopf und dem Finger auf der Landkarte

Nehmen Sie eine  Landkarte oder Atlas zur Hand. Heute reisen sie gemeinsam im Kopf und per Finger auf der Landkarte.

  • Suchen Sie Länder, Städte und Orte (wo sie aufgewachsen sind, wo sie hingereist sind, Traumländer)?
  • Vielleicht haben Sie sogar noch Bilder dazu?
  • Man kann auch zu den Ländern die man besucht hat oder kennt, sich Musik dazu anhören.
  • Mit dem Thema Reisen lässt sich an vieles an vergangene Zeiten anknüpfen (Essen, Kleidung, Erlebnisse…)

Auch hier gilt. Es soll kein Abfragen oder testen sein und werden. Sie reisen gemeinsam im Kopf am Globus, im Atlas, im Kopf, am Bildschirm…Bilder, Musik,…alles, was sie gemeinsam reisen lässt ist gut.
Tipp:
Urlaub wie er früher war mit Menschen mit Demenz ist möglich. Die MAS Alzheimerhilfe weiß wie! www.alzheimerurlaub.at, Tel. 06132/21410.

 

 

 

 

 

Tag 7 - 16.11.2020 - Vermeiden Sie Konflikte

Maga. Doris Prieschl
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, MAS Alzheimerhilfe

Vermeiden Sie Konflikte

Demenz ist an und für sich schon eine Herausforderung. Aber sich längere Zeit gemeinsam auf beschränktem Raum zu befinden, birgt immer ein großes Konfliktpotenzial. Bedenken Sie daher bitte, dass Menschen mit Demenz auf Grund ihrer Erkrankung in der Regel nicht so reflektiert handeln können, wie gesunde Menschen. Am besten wäre es, Konflikte möglichst schon im Vorhinein zu vermeiden. Das ist leichter gesagt als wie in der Praxis getan.

Daher ist es wichtig zu wissen: Es ist normal, wütend zu werden, wenn Menschen mit Demenz brüllen oder um sich schlagen, wenn sie gewaschen werden sollen. Es ist auch verständlich, wenn Sie erschöpft sind, weil sie untertags gefordert sind und nachts nicht schlafen können, weil sie mehrmals raus müssen, weil ihr betroffener Partner so unruhig ist. Nur wenige haben diese Kraft, dies über längere Zeit allein auszuhalten. Daher sollten Sie sich ein paar Punkte vergegenwärtigen:

• Beschränken Sie jetzt Forderungen auf das Notwendigste (zB. Körperpflege auch mal ausfallen lassen oder ausnahmsweise den Pyjama tagsüber anlassen, nicht auf perfekte Tischmanieren bestehen, ...).

• Vermeiden Sie Diskussionen und bestehen Sie nicht auf die Wahrheit. Zwei Meinungen können nebeneinander Platz haben.

• Verlassen Sie den Raum, bevor es zu „explosiv“ wird. Atmen Sie bewusst durch. Am besten einen tiefen Zug Frischluft nehmen.

• Schaffen Sie Ablenkung durch gezielte Beschäftigung.

• Machen Sie für sich Entspannungsübungen. Auch dazu gibt es viele Anleitungen im Internet.

• Bewegung hilft, Stress abzubauen.

• Körperliche Nähe und Zuwendung vermittelt Sicherheit und bringt sie wieder näher zusammen.

Es ist zutiefst verständlich, dass es nicht immer leicht fällt Ihrem betroffenen Partner Geduld und Liebe zu geben. Es sind so viele Veränderungen, die es einem schwer machen, zu akzeptieren. Aber Wissen über Demenz und eine positive Grundeinstellung hilft:

  1. Schauen Sie auf die Dinge, die Ihr Partner noch kann. Nicht immer auf das, was nicht mehr geht.
  2. Wichtig! Sie müssen nicht alles alleine machen. Bauen Sie ein Netzwerk auf. Holen Sie sich Hilfe und handeln Sie, bevor Ihnen die Decke auf den Kopf fällt.
  3. Seien Sie versichert. Das Zitat von Carl W. Buechner stimmt:

    „Menschen mögen vergessen, was du ihnen gesagt hast, aber sie erinnern sich immer daran, welches Gefühl du in ihnen ausgelöst hast.“

 

 

Tag 8 - 17.11.2020 - Zitronen

Warum die Zitronen sauer wurden

Buchtipps und Besonderes von Maria Klaffenböck und ein Heinz Erhard-Special von Michael Buchner (MAS Alzheimerhilfe).

Lesen ist wunderbar. Man kann in eine Welt eintauchen, es eröffnen sich neue Horizonte, hat am Leben anderer teil und kann lachen und sich unterhalten oder mitfiebern. Bücher und Geschichten bereichern das Leben. In jedem. Und auch bei Demenz. Warum die Zitronen sauer wurden von Heinz Erhardt gibt es zum Hören und Sehen. Weitere Tipps finden Sie hier.

 

 

 

  • Wie`s früher war (Inge Friedl)  - mein absoluter Favorit
  • Familienleben in alter Zeit (Inge Friedl)
  • Vom einfachen Leben (Inge Friedl)
  • Als die Kaffemühle streikte (Ulrike Strätling)
  • „Ich bin halt eine vom alten Schlag“ (Anna Wimschneider)

 

 

Tag 9 - 18.11.2020 - Komm, tanz mit mir

DSA Rosa Handlbauer, Dipl. Sozialarbeiterin, MAS Alzheimerhilfe

Komm, tanz mit mir

Wir hoffen heute ist ein Tag zum Tanzen für Sie. Oder vielleicht ist die Stimmung so: Dieser Zustand ist nicht tanzbar! Wenn nicht, dann bauen Sie diesen Teil ein, wenn Ihnen danach ist. In jedem Fall: Bleiben Sie positiv. Durchalten! Lösungen finden! Hoffnung schöpfen!
Tanzen hält fit – körperlich, seelisch und geistig. Denn viele Dinge passieren beim Tanzen gleichzeitig.

1.Synchron zur Musik bewegen
2. Schritte lernen
3. Schritte merken
4. Bewegungen alleine koordinieren
5. Bewegung mit Partner koordinieren
6. Führen – vorausschauend, zeitliche und körperliche Koordination
7. Bzw sich führen lassen – Reaktion, Umsetzung, ebenso zeitliche und körperliche Koordination…

Und ganz nebenbei steigert regelmäßiges Tanzen aufgrund der Bewegung natürlich auch die Kondition und Muskulatur, kann die Partnerschaft bereichern, soziale Kompetenzen fördern und natürlich Spaß machen!

Sie wollen eher gar nicht tanzen? Oder aber sie sind beweglich eingeschränkt. Wie wäre es mit einer Alternative: Sitztanz? Dies ist ein im Sitzen ausgeführter Tanz. Alle Sitzpositionen wie Schneidersitz, auf dem Boden knien oder Sitzen auf einem Stuhl sind möglich Das klingt doch gut. Und jeder von uns hat Musik, wo es schwer fällt, still zu bleiben.
Lassen Sie sich treiben von der Musik. Heben Sie abwechselnd die Hände, links, rechts, dann beide, Beine kreisen, Beine heben, Beine stampfen in den Boden, ….
Die Hände in den Himmel….was auch immer ihnen einfällt. Lassen Sie sich von der Musik inspirieren. Ihnen muss es Spaß machen. Es ist keine Jury anwesend. Haben Sie einfach Spaß miteinander und Freude an der Musik. Und wenn die Musik passt, dann wippen die Beine eh von selbst….
„Das Tanzen ist die Kunst, wo die Beine denken, sie seien der Kopf.“ (Stanislwa Jerzy Lec)
                                                              

 

 

 

Tag 10 - 19.11.2020 - Verbessern Sie Ihr Gedächtnis – Schreiben Sie mal öfter mit der Hand!

Réka Kun, MAS Demenztrainerin, MAS Alzheimerhilfe

Verbessern Sie Ihr Gedächtnis – Schreiben Sie mal öfter mit der Hand!

Es ist schon längst bewiesen, dass zwischen unseren Händen und unserem Gehirn eine komplexe Verbindung besteht.
Mit den Händen zu schreiben – schaut zwar einfach aus – allerdings ist es das in Wirklichkeit gar nicht! Beim Schreiben werden nämlich verschiedene Gehirnbereiche gleichzeitig aktiviert, bis das sichtbare Ergebnis – unsere eigene Handschrift - vor uns liegt. Daher bietet diese Tätigkeit eine tolle Möglichkeit, unser Gehirn zu stimulieren.
Neben dem eindeutig stimulierenden Effekt hat das Schreiben zahlreiche andere positive Wirkungen:

  • EFFEKTIV: das Schreiben lässt unser Gehirn auf eine angenehme Art arbeiten.
  • MACHT UNS KREATIV: Beim Schreiben können wir unsere Kreativität wirklich frei setzen und unsere Handschrift nach Lust und Laune ändern.
  • ANGSTLÖSEND: Falls Sie sich geängstigt oder gestresst fühlen, schreiben Sie Ihre Gefühle aus sich heraus, bevor die Gefühle einen weniger produktiven Weg finden.
  • VERBESSERT UNSERE KONZENTRATION: Das Schreiben selbst verlangt von uns volle Konzentration und ist gar nicht zu vergleichen mit dem Eintippen bei Handys und PCs.

    Mein Tipp: Führen Sie in der Zukunft Tagebuch. Auf diese Weise können Sie Ihr Gedächtnis ohne besonderen Aufwand fitter halten und wichtige Lebensmomente und Erlebnisse für sich festhalten!
    Und jetzt, wo wir sowieso nicht rausgehen (sollten) können, wäre dies doch eine nette Idee. Ein Brief an Ihre Liebsten oder jemanden, den sie schon länger nicht gesehen oder gehört haben.

 


Tag 11 - 20.11.2020 -
Dem Jongleur ist nichts zu schwör oder Jonglieren ist gesund

Maga. Carmen Viereckl
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin

Dem Jongleur ist nichts zu schwör oder Jonglieren ist gesund

Heute brauchen wir: einen kleinen Ball und ein klein wenig Platz. Wir fördern neben der Beweglichkeit auch die Konzentration und die koordinativen Fähigkeiten, welche für unsere Nervenzellen im Gehirn sehr wichtig sind. Und vor allem: Es soll Spaß machen!
Fangen sie klein an. Werfen sie den Ball mit beiden Händen hoch und fangen ihn wieder mit beiden Händen auf. Sie können dann versuchen, den Ball nur mit der rechten Hand (bei Linkshändern links) hoch zu werfen und zu fangen. Wechseln Sie dann die Hand und versuchen Sie es mit der anderen Hand.
Sie können im nächsten Schritte auch versuchen, den Ball mit der einen Hand in die Luft zu werfen und dann mit der anderen aufzufangen. Wenn das gut funktioniert, können Sie dies gleichzeitig mit 2 Bällen versuchen. Das ist schon etwas schwieriger. Machen Sie sich daher keine Sorge, wenn mal ein Ball auf den Boden fällt! Auch das ist Bewegung, wenn man dem Ball hinterherläuft, unter den Tisch krabbelt und danach sucht!
Wenn Sie wollen, können Sie sich auch gegenüber setzen und einen Ball zuwerfen. Variieren Sie auch hier: Versuchen Sie es mit zwei Händen oder einer, mit links, rechts, werfen Sie sich direkt den Ball zu oder lassen ihn einmal am Boden aufspringen. Probieren Sie es, indem Sie nach dem Werfen in die Hände klatschen, …Was haben wir nicht als Kinder für Variationen gehabt? Erinnern Sie sich? Zählen Sie mit, wie oft Sie es schaffen, den Ball zu werfen! Zählen Sie von 100 rückwärts oder in Dreier- oder Siebener-Schritten. Sagen Sie das ABC auf (haben Sie schon mal versucht, das ABC rückwärts aufzusagen?) oder nennen Sie bei jedem Mal Werfen ein Tier, einen Namen, etwas, das man im Supermarkt kaufen kann, … so lässt sich Bewegung auch wunderbar mit Gedächtnistraining kombinieren! Viel Spaß dabei!

Hinweis: Allgemeiner Tipp: Dinge, die man normalerweise mit der rechten Hand macht einmal mit der Linken zu tun, bringt die grauen Zellen richtig auf Trab! Z.B.: Zähneputzen, Suppe essen, …

 


 

 

 

Tag 12 - 21.11.2020 - Stammbaum

Karin Laschalt, Leiterin aller Demenzservicestellen der MAS Alzheimerhilfe

Stammbaum: Auf den Spuren der Geschichte Ihrer Familie
Uropa Karl, die Halbschwester der steirischen Oma? Nie gehört von denen? Wenn ich mich mit meinen Eltern unterhalte, kommen wir immer wieder mal darauf zu sprechen, wer mit wem verwandt ist. Da tauchen plötzlich Menschen und Verbindungen auf, die ich noch nie gehört habe. Noch spannender gestalten sich derartige Gespräche in der Familie meines Mannes. Hier gibt es Verwandtschaftsverhältnisse, an die ich nie gedacht hätte. Jedes Mal nehme ich mir vor, das alles einmal zu Papier zu bringen und doch verläuft das Vorhaben schnell wieder im Sande.
Das ist doch eine gute Frage? Schaffen Sie es, einen Familien-Stammbaum zu konstruieren? Wie weit zurück können Sie die Personen ihrer Familie benennen? Einen Versuch ist es wert. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier zur Hand und überlegen Sie gemeinsam. Bei wem möchten Sie beginnen? Bei Ihren Großeltern? Ihren Eltern? Oder bei sich selbst? Im Idealfall gibt es sogar Fotos dazu, die sie neben die Namen kleben können. Sie werden sehen, allmählich entwickelt sich das Vorhaben in eine detektivische Recherche. Wer kann weiterhelfen? Wissen Verwandte noch etwas mehr? Womöglich  erinnert sich Ihre Schwester noch an jemanden von früher, an den Sie selbst gar nicht mehr gedacht hätten. Oder Ihr Bruder kennt noch den Namen der Großtante. Sie haben mit ein paar Namen begonnen und plötzlich wächst der Stammbaum.
Das gemeinsame Tun kann großen Spaß machen, regt den Geist an, sorgt vielleicht für Aha-Erlebnisse und kann später dem Betroffenen helfen, sich an die Namen der Familienangehörigen zu erinnern. Außerdem machen Sie sicher Ihren Kindern und Enkerln eine Freude damit. Viel Spaß beim tüfteln und beim kreativ sein!

 

 

 

 

 

 

 

Tag 13 - 22.11.2020 - Durcheinander geschüttelt

Tipp von Ursula Baumgartner, MAS Demenztrainerin, MAS Alzheimerhilfe

Durcheinander geschüttelt

Wie der Name Schüttelwörter sehr schön beschreibt, werden innerhalb eines Wortes, die Buchstaben durcheinandergeschüttelt. Gemeinsam können Sie die Buchstaben in die richtige Reihenfolge bringen und sehen, welches Wort sich aus dem „Buchstabensalat“ ergibt. Diese Übung ist gut für die Konzentration und macht Spaß. Als Thema nehmen wir heute: Frühling. Und der kommt bestimmt – auch mit Corona.

MRZÄNEBCHEER

PLOLENFULG

SHCAWBENLNSET

BMUABÜTLE


Um es einfacher zu gestalten könnte man kürzere Wörter mit nur 4 oder 5 Buchstaben nehmen (HSAE oder BULME). Einfacher ist es auch, wenn der erste und er letzte Buchstabe richtig sind, schwieriger wird es, wenn auch diese „verdreht“ sind oder sehr lange Wörter verwende sind. Ihrer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.



Hier können Sie sich ein Arbeitsblatt herunterladen

 

 

 

 

 

Tag 14 - 23.11.2020 - Seife "selbst" herstellen

Geiblinger Kornelia, MAS Demenztrainerin, MAS Alzheimerhilfe

Über “Hände waschen” ist viel geschrieben worden in letzter Zeit. Und das ist gut so. Denn die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Händewaschen schützt! Deshalb sollten wir uns 20-30 Sekunden lang die Hände waschen (so lange wie etwa 2x ein Happy Birthday zu singen).

Zuvor braucht es aber Seife. Daher heißt unser nächstes Beispiel.

Knetseife herstellen

Neben der Beschäftigung, bedeutet dies aber auch, sich kreativ auszutoben und die Handmotorik zu trainieren. Und gleichzeitig wird uns allen in der momentanen Situation bewusst gemacht, wie wichtig Hände waschen ist.
Wie der Name schon sagt, lässt sich diese Seife kneten und beliebig in Form bringen. Außerdem kann deine Knetseife herrlich nach frischer Minze und Orange oder etwas anderem duften. Das Selbermachen macht riesen Spaß und ist kinderleicht!
 
Zutaten & Material:  
2 EL flüssige Seife oder Duschgel
2 EL Speiseöl (alternative Handcreme)
4 EL Speisestärke / Maisstärke
1 Prise Salz für die Haltbarkeit
Schüssel, Ausstechformen, Nudelholz
(optional) Seifenfarbe, Duft, Lebensmittel Glitzer
Herstellung:



1. Zutaten vermengen und kneten

Waschknete herstellen ist einfach. Beginne zunächst mit einer kleinen Menge. Gib jeweils zwei Esslöffel Duschgel zusammen mit zwei Esslöffel Öl und ca. vier Esslöffel Speisestärke in eine kleine Schüssel. Vermenge die Zutaten miteinander bis daraus eine Masse entsteht, die sich genauso leicht formen lässt wie Spielknete. Sollte die Seifenknete zu feucht sein, knete noch Speisestärke in die Masse. Ist sie zu trocken, gib einfach etwas
Duschgel und Öl dazu

2. Knetseife bunt färben

Durch das Verkneten mit Speisestärke, bekommt das verwendete Duschgel einen hellen Pastellfarbenen Farbton. Wenn du die Waschknete bunt einfärben möchtest, solltest du dir besser Handschuhe anziehen. Du kannst entweder spezielle Seifenfarbe oder normale Lebensmittelfarbe benutzen. Zusätzlich haben wir eine Prise Salz und ein paar Tropfen ätherisches Duftöl hinzugefügt. 

3. Waschknete formen

Bestreue deine Arbeitsfläche mit Speisestärke und rolle deine Knetseife aus. Jetzt kannst du die Waschknete wie Kekse ausstechen. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Selbstverständlich kannst du auch niedliche Figuren aus der bunten Badeknete modellieren. Kleine Risse kannst du mit einem Tropfen Öl reparieren. Die fertigen Seifenstücke haben wir für drei Stunden trocknen lassen, bevor wir sie luftdicht in einem Marmeladenglas verschlossen.

Wie lange ist selbstgemachte Knetseife haltbar?
Natürlich ist die selbstgemachte Waschknete nicht so lange haltbar wie gewöhnliche Seife. Bewahre sie in einem luftdichten Behälter auf, anderenfalls wird deine Waschseife zu trocken und bröselt auseinander. Ein Marmeladenglas eignet sich hierfür gut. Um sie haltbarer zu machen, haben wir eine Prise Salz hinzugefügt. 

 

 

Tag 15 - 24.11.2020 - Däumchen drehen

Elke Mahnert, MAS Demenztrainerin, MAS Alzheimerhilfe
Lebens- und Sozialberatung (Schwerpunkt Krisenintervention und Trauerbegleitung)

Warum nicht mal Däumchen drehen?

Das Üben der Fingerfertigkeit ist gerade im fortgeschrittenen Alter besonders wichtig. Wir unterschätzen wie oft wir etwas im Alltag mit den Händen machen. Daher heißt es nun „Däumchen drehen.“ Wir setzen uns und steigern langsam die Intensität und versuchen den Videovorgaben zu folgen. Wichtig: Es gibt kein falsch. Sie werden sehen. Es macht Spaß!

 

 

 

 

 

Tag 16 - 25.11.2020 - Sprechen Sie oberösterreichisch?

Gerlinde Schachinger, MAS Demenztrainer

Sprechen Sie oberösterreichisch?

Eiin Dialekt, auch als Mundart bezeichnet, ist eine lokale oder regionale Sprachvarietät

Der österreichische Dialekt hat viel mit dem Bayrischen gemeinsam. Die Ausnahme bildet hier Vorarlberg. Die Vorarlberger stehen sprachlich dem Schwäbischen näher. Durch den ständigen Kontakt mit den vielen Völkern der Habsburger-Monarchie aber auch mit den Nachbarländern flossen viele sprachliche Elemente und Eigenheiten in das Österreichische ein, die in Norddeutschland weitgehend fremd sind. Der Dialekt entwickelte sich im Laufe der Zeit in jeder Region ein wenig anders und ist auch ein Teil des Charmes dieses Landes. (Quelle: Heimatblog).

In Oberösterreich kann das oarschlings Ausparken feigeln. Aber das ist noch längst nicht alles, was Oberösterreich kann: Einheimische sind dramhappert und zur Fieberblase sagen sie Bletschn. Und wie halt auch wie in ganz Österreich gibt es viele Wörter, die einen Dolmetsch bräuchten.

Wie steht es mit ihrem oberösterreichisch? Hier ein paar Wörter mit Erklärung dazu:
Latschn --> Lacke
hatschn --> schlecht gehen
iwarigs moi --> manchmal
wampat --> dick
Seicherl --> Sieb
Loamsiada --> träger Mensch
tramhappad --> schlaftrunken
Fachtl --> Heufuhre
ma(h) --> mähen
Graomat --> letzte Wiesenmahd
Kramuri --> durcheinander
Stutza --> kurzer Lodenmantel
Scher(b)m --> Nachttopf
zankön --> streiten
Glunkan --> große Ohringe
Zniachterl --> kleiner Mensch

Fällt Ihnen selbst noch ein Begriff ein? Vielleicht ist ihr Partner aus einer anderen Region in Österreich. Dann könnte er/sie das jeweilige Wort in ihrem/seinem Dialekt dazugeben.

 

 

 

Tag 17 - 26.11.2020 - Mit Humor durch die Krise

Maga. Sabine Weber
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, MAS Alzheimerhilfe

Mit Humor durch die Krise – Oft reicht auch schon ein Lächeln

Ablenkung ist wichtig und Humor hilft

Lassen Sie schlechte Zeiten wie die aktuelle Corona-Krise nicht Überhand nehmen und vermeiden Sie zu viele angstmachende Berichte.
Humor hat in solchen Ausnahmefällen eine ganz spezielle Berechtigung. Wenn einem das Leben einen Strich durch die Rechnung macht, ist Humor oft eine Insel, an der man sich festhalten kann. Was auch immer das für Sie ist: ein Videoclip, ein Witz, ein Gespräch, eine nette Geste – all das kann einem wieder Luft zum Atmen geben.

Erklären Sie der betroffenen Person (gemäß Demenzstadium) was passiert ist. Geben Sie ehrliche, auf Ihren Angehörigen abgestimmte Antworten. Auch in schwierigen Situationen ist Humor erlaubt und ein starkes Mittel gegen Hoffnungslosigkeit und Angst. Es geht dabei um eine Art Auszeit, sicherlich auch ein wenig um Verdrängung und vor allem ermöglicht Humor einen Ausstieg aus der unmittelbaren, oft bedrohlichen bzw. überwältigenden Situation und schafft so Distanz. Zudem senkt Lachen nachweislich den Stresslevel und stärkt das Immunsystem. Lächeln und lachen erleichtert also immer. Natürlich gelingt einem das nicht immer und nicht immer gleich gut. Niemand von uns kann immer gut drauf sein. Aber es wäre schön, wenn es immer öfter wäre!



 

 

 

 

Tag 18 - 27.11.2020 - Musik

Krisentipp von Mag.a Sandra Spack, Sozialarbeiterin, MAS Alzheimerhilfe

Die Guten Morgen Playlist

Ich bin ein Fan der stimmungsaufhellenden Variante „Musik hören“! Es gibt so viele positive alte Schlager, die einen sofort in eine freudige Stimmung versetzen können. Wer kennt das nicht? Aus einem stillen Mitmurmeln wird ein Mitsingen und ein Erinnern an ganz spezielle Ereignisse.  Musik gibt einem etwas Geborgenes, Vertrautes. Ich, zum Beispiel, wecke derzeit jeden Tag meine Familie mit einem dieser Lieder:

Und obwohl es nicht unser genereller Musikgeschmack ist, ist es für jeden ein fröhlicher Start in den Tag! Wie ist das bei Ihnen?

 

 

 

 

Meine Top-Liste

Cliff Richard: Rote Lippen soll man küssen (1963)
Gitte Haenning: Ich will nen Cowboy als Mann (1963)
Bill Ramsey: Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (1962)
Max Raabe: Mein kleiner grüner Kaktus (1934)
Trude Herr: Ich will keine Schokolade (1965)
https://steirische-alzheimerhilfe.us17.list-manage.com/track/open.php?u=5af8c0f73bd6b342e5ab47ac2&id=13d48be0b1&e=7bb2e1a734

 

 

 

Tag 19 - 28.11.2020 - Wandern

Krisentipp von Carmen Viereckl

Das Wandern ist des ….
Wehmütig schaue ich mir Fotos vergangener Wanderungen und diverser Gipfel-Siege an. Hier die Bilder von der Besteigung des Großen Priel. Gerade, wenn das Wetter schön ist, zieht es mich raus in die Berge und die Natur. Ich möchte in Zeiten wie diesen aber kein unnötiges Verletzungsrisiko eingehen und schaue mir lieber die Fotos an und schwelge gerne in Erinnerungen.
Wie wäre es denn, eine Wanderkarte zur Hand zu nehmen, und darin alle Berge, Seen und Ausflugsziele zu markieren, die man bereits bezwungen hat? Daraus ergeben sich bestimmt schöne Gespräche mit den Angehörigen, wenn Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse wieder wachgerufen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 20 - 29.11.2020 - Leseübung: Jetzt wird’s knifflig

Krisentipp von Ursula Baumgartner, MAS Demenztrainerin der MAS Alzheimerhilfe

Leseübung: Jetzt wird’s knifflig

Sie sehen hier verschiedene Wörter. Allerdings wurden diese Wörter etwas bearbeitet. Anstelle der Umlaute stehen die Ziffern.

1= ä

2 = ö

3 = ü

Können Sie die Wörter trotzdem noch lesen.

Hier haben Sie ein paar Beispiele. Finden Sie selbst Wörter?

Wichtig: Es ist dies einespielerische Anregung. Machen Sie keinen Test daraus.

Auch hier steht die gemeinsame Zeit im Vordergrund.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 21 - 30.11.2020 - Zitronen

Warum die Zitronen sauer wurden

Buchtipps und Besonderes von Maria Klaffenböck und ein Heinz Erhard-Special von Michael Buchner (MAS Alzheimerhilfe).

Lesen ist wunderbar. Man kann in eine Welt eintauchen, es eröffnen sich neue Horizonte, hat am Leben anderer teil und kann lachen und sich unterhalten oder mitfiebern. Bücher und Geschichten bereichern das Leben. In jedem. Und auch bei Demenz. Warum die Zitronen sauer wurden von Heinz Erhardt gibt es zum Hören und Sehen. Weitere Tipps finden Sie hier.

 

 

 

  • Wie`s früher war (Inge Friedl)  - mein absoluter Favorit
  • Familienleben in alter Zeit (Inge Friedl)
  • Vom einfachen Leben (Inge Friedl)
  • Als die Kaffemühle streikte (Ulrike Strätling)
  • „Ich bin halt eine vom alten Schlag“ (Anna Wimschneider)

 

 


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