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FAQ's

Einleitung
Der deutsche Neuropathologe und Psychiater Alois Alzheimer beschrieb 1906 erstmals die Symptome der Erkrankung. Der Mediziner machte mikroskopische Veränderungen im Gehirn als Ursache für das Krankheitsbild aus. Morbus Alzheimer zeichnet sich für mehr als die Hälfte aller Demenzen verantwortlich. Damit ist es die häufigste Form einer Hirnleistungsschwäche im Alter.
Schätzungen zufolge sind etwa fünf Prozent der über 65-Jährigen und 20 Prozent der über 80-Jährigen davon betroffen. Etwa 130.000 Österreicher leiden an der Alzheimer-Demenz, bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl nach Meinung von Experten verdreifacht haben. Selten beginnt die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr. Tritt die Erkrankung vor diesem Zeitpunkt auf, spricht man von präseniler Demenz vom Alzheimer-Typ.

 

  1. Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

  2. Wie früh können Menschen an Demenz oder Alzheimer erkranken?

  3. Wie viele Menschen sind von Alzheimer betroffen?

  4. Wer erkrankt?

  5. Sind Frauen häufiger betroffen als Männer?

  6. Wie fühlt es sich an, an „Alzheimer“ zu leiden?

  7. Wie diagnostiziert man Alzheimer?

  8. Die Alzheimer’sche Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Warum sollte man sich also um eine frühe Erkennung der Krankheit bemühen?

  9. Welche Risikofaktoren kennt man?

  10. Kann man sich, ohne Symptome zu haben, auf Alzheimer testen lassen?

  11. In letzter Zeit wurde mein Vater zunehmend vergesslich. Nach langem hin und her waren wir schließlich beim Arzt, der die Diagnose „beginnende Demenz vom Alzheimertyp“ gestellt hat. Nun weiß ich aber nicht, ob und wie ich meinen Vater über seine Diagnose informieren soll?

  12. In meiner Familie leiden einige Ältere unter Demenz und Alzheimer. Wo kann ich untersuchen lassen, ob ich eine Veranlagung dazu habe und kann man da vorbeugen?

  13. Stimmt es, dass ich als Diabetiker eher gefährdet bin, später auch an einer Demenz zu erkranken?

  14. Es heißt, Bildung und geistige Aktivität schützen am ehesten vor Demenz und Alzheimer. Was empfehlen die Experten? Mit 50 oder 60 Jahren noch einen Volkshochschulkurs besuchen?"

  15. Was ist die Basale Stimulation bei Personen mit Demenz?

  16. Ist die Alzheimerdemenz mit Ernährung zu beeinflussen? Auf welche Lebensmittel sollte ich besonders achten?

  17. Meine Mutter hat Alzheimer und lebt mittlerweile in einem Pflegeheim. Da meine Mutter mich nicht mehr erkennt und sie auch nicht mehr sprechen kann, ist meine Frage: merkt sie noch, was mit ihr passiert? Spürt sie Hunger, Durst oder Trauer? Bekommt sie noch irgendetwas mit?

  18. Welche Art von Gedächtnistraining ist geeignet, damit ich einer Demenz so gut wie möglich vorbeuge?

  19. Ist die medikamentöse Therapie bei Alzheimer-Patienten ausreichend oder ist eine nicht-medikamentöse Therapie zu empfehlen? Falls ja, wie sollte diese aussehen?

  20. Haben Sie Hoffnung, dass es ein Mittel gegen Alzheimer in absehbarer Zukunft gibt?

  21. Wie wird Alzheimer-Demenz diagnostiziert?

  22. Was zeigen psychologische Tests?

  23. Wie soll man mit rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten umgehen?

 

 

 

 

1. Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?"

Der Begriff „Demenz“ ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen mit den unterschiedlichsten Ursachen, bei denen es zu Veränderungen der Gehirnleistung kommt. Untersuchungen zeigen, dass die Alzheimer Demenz die häufigste Form (60 bis 80% der Betroffenen) einer Demenz ist. Die Ursachen vieler Demenzen sind bekannt und manche sind sogar behandelbar. Die Ursachen der Alzheimer Demenz dagegen sind weitgehend unbekannt. Dank intensiver Forschungstätigkeit stehen heute aber auch für die Alzheimer Demenz Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier stehen sowohl medikamentöse Therapien wie auch nicht medikamentöse, psychosoziale Therapieformen zur Verfügung. Die Alzheimer Demenz verläuft in gut beschriebenen Stadien und die Krankheit kann bis zu 15 Jahre dauern. Die biologischen Folgen der Krankheit sind Eiweiß-Spaltprodukte, die sich im Gehirn ablagern und zu einem Untergang der Nervenzellen führen. Dieser Prozess mündet in einem Verlust der geistigen Fähigkeiten und in einer eingeschränkten Selbständigkeit. Nachdem es sich bei Demenz nicht um ein einheitliches Krankheitsbild handelt und viele Ursachen für die Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit verantwortlich sein können, ist eine medizinische Untersuchung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt von größter Wichtigkeit. Eine Untersuchung zur Differenzierung des Krankheitsbildes sollte von einem Facharzt für Neurologie und/oder Psychiatrie durchgeführt werden.

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2. Wie früh können Menschen an Demenz oder Alzheimer erkranken?

Alzheimer Demenz ist eine Form einer primär bedingten neurodegenerativen Erkrankung. Aus diesem Grund steigt das Risiko an einer Demenz zu erkranken mit höherem Alter. Trotzdem können auch Menschen in einem relativ frühen Lebensalter an einer Demenz erkranken. Alle Probleme mit einer Abnahme der Gedächtnisleistung oder die Abnahme der Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu bewältigen sollte von einem Experten begutachtet werden.


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3. Wie viele Menschen sind von Alzheimer betroffen?

In Österreich gibt es derzeit 130.000 Menschen, die von Demenz betroffen sind. Der jüngste Weltalzheimerbericht spricht von einer Verdoppelung bis 2050. Zwei Drittel der Menschen mit Demenz leiden an Alzheimer. Pro Jahr werden tausende neue Alzheimerdiagnosen gestellt. Weltweit sind derzeit 35 Millionen Menschen betroffen, im Jahr 2050 werden es Schätzungen zufolge 115 Millionen sein.


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4. Wer erkrankt?

Die Demenz vom Alzheimer Typ (DAT) ist eine typische Alterserkrankung. Vor dem 60. Lebensjahr ist sie eher selten. Danach steigt die Häufigkeit exponentiell an. Wenigstens 20% der 80jährigen Menschen sind betroffen. Da die Altersgruppen der über 65jährigen in allen Ländern mit westlichem Lebensstandard weit überproportional anwächst, wächst auch der Anteil der DAT-Kranken entsprechend rasant. Die gute Nachricht ist aber, dass zwei Drittel der 85-Jährigen damit geistig fit sind.


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5. Sind Frauen häufiger betroffen als Männer?

Ja, aber das liegt nicht daran, dass sie anfälliger für die Krankheit sind. Sie werden nur im Durchschnitt älter als Männer. Und der größte Risikofaktor ist nun einmal das Alter.


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6. Wie fühlt es sich an, an „Alzheimer“ zu leiden?

Menschen mit beginnender Demenz verwenden oft Beschreibungen wie: "es ist als ob ich ein Brett vor dem Kopf hätte" oder "in meinem Kopf kommt alles durcheinander". Sie merken also selbst, dass etwas nicht stimmt, was mit einer Reihe von Gefühlen verbunden sein kann: Ärger darüber, dass man Termine, kürzlich Erlebtes oder Wörter vergisst; Verzweiflung an einer unheilbaren und fortschreitenden Erkrankung zu leiden; Angst vor drohender Abhängigkeit und Hilfsbedürftigkeit; Scham, wenn jemand persönliche Abwertung mit der Erkrankung verbindet und manchmal auch Erstaunen oder Misstrauen gegenüber den Mitmenschen, wenn diese behaupten, man hätte etwas schon dreimal erzählt oder wenn sich Gegenstände und Wertsachen nicht mehr auffinden lassen.

Ein Mensch mit Demenz erlebt viel Unsicherheit, weil er sich selbst stark verändert. Der Verlust von Kompetenzen kann Trauer und Wut auslösen. In den mittleren Stadien einer Demenz nehmen zwar die kognitiven Fähigkeiten ab, das emotionale Erleben bleibt jedoch erhalten. Beispiele dafür sind das Bedürfnis nach Zuwendung und Zugehörigkeit und das Bedürfnis, etwas zum Zusammenleben beizutragen, das heißt, etwas zu leisten und dafür Anerkennung zu bekommen. Die Fähigkeit, aktiv etwas für die eigene Zufriedenheit zu tun, geht zunehmend verloren. Aggressionen und Frust können auftreten, aber auch Dankbarkeit und große Anhänglichkeit den Bezugspersonen gegenüber.
Wie es sich anfühlt, im späten Stadium einer Demenz zu sein, versuchen wir zu erforschen, denn die Betroffenen können sich nicht mehr verbal äußern. Trotzdem kann man vielfältige positive Reaktionen auf liebevolle Worte, Musik oder Berührung beobachten.


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7. Wie diagnostiziert man Alzheimer?

Die Diagnose setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen: der neuropsychologischen Testung, der Einstufung der alltagspraktischen Fähigkeiten, einer Aufnahme in der "Röhre", also im Magnetresonanztomografen oder im Computertomographen vom Gehirn, auf der man Veränderungen des Gewebes oder der Durchblutung erkennen kann. Und dann sollten auch die allgemeinen Blutwerte gemessen werden, ob die Demenzanzeichen nicht auch eine andere Ursache haben können.


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8. Die Alzheimer’sche Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Warum sollte man sich also um eine frühe Erkennung der Krankheit bemühen?

Eine frühe Erkennung ist wichtig:
1. Um körperliche Erkrankungen, die zu sekundär degenerativen Demenzen führen können, rasch behandeln zu können
2. Um Therapien früh anzusetzen, denn so sind sie am sinnvollsten
Durch die Entwicklung therapeutischer Methoden (pharmakologischer und nicht pharmakologischer) besteht heute kein Grund mehr für eine nihilistische Einstellung.
Je früher im Krankheitsverlauf ein breit angesetztes Behandlungskonzept beginnen kann, desto sinnvoller ist es. Dies gilt sowohl für pharmakologische Therapien als auch für nicht pharmakologische Therapien (z.B. psychosoziale Begleitungsprogramme). Eine frühe Erkennung bedeutet eine Erkennung der Symptomatik in der Prodromalphase (FAST Stadium 3, siehe Tabelle 3) und in der Phase des Beginns einer Demenz (FAST Stadium 4, siehe Tabelle 3). Kommt es zu einer Minderung der kognitiven Leistungsfähigkeit, so sollte auf jeden Fall die Ursache fachärztlich abgeklärt werden und nicht automatisch das Alter für die verringerte geistige Leistungsfähigkeit verantwortlich gemacht werden.
Heute werden international anerkannte Diagnosekriterien verwendet. Dadurch werden die Vergleichbarkeit und die Verlässlichkeit der Diagnosen erhöht.


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9. Welche Risikofaktoren kennt man?

Ein ungesunder Lebensstil scheint Demenzen zu fördern. Also beispielsweise Übergewicht, ein zu hoher Blutzuckerspiegel oder Bewegungsmangel. Man kann sich allerdings nicht speziell vor Alzheimer schützen. Ein gesunder Lebensstil aber schützt alle Organe des Körpers und eben auch das Gehirn vor vorzeitigem Altern. Das Risiko an Alzheimer zu erkranken steigt drastisch mit dem Altern - und das können wir nun mal nicht verhindern. Was neben einer gesunden Lebensweise schützt, sind offenbar Bildung und gute soziale Kontakte.

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10. Kann man sich, ohne Symptome zu haben, auf Alzheimer testen lassen?

Ja, das ist möglich. Die MAS Alzheimerhilfe bietet kostenlos eine erste Testung an.

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11. In letzter Zeit wurde mein Vater zunehmend vergesslich. Nach langem hin und her waren wir schließlich beim Arzt, der die Diagnose „beginnende Demenz vom Alzheimertyp“ gestellt hat. Nun weiß ich aber nicht, ob und wie ich meinen Vater über seine Diagnose informieren soll?

Grundsätzlich hat jeder Mensch das Recht über seine Diagnose informiert zu werden, egal ob es sich dabei um eine Demenz oder eine andere Erkrankung handelt. Allerdings reagieren Menschen hier sehr unterschiedlich. Manche möchten die Diagnose sofort wissen und manche brauchen Zeit, um sich mit der schmerzlichen Tatsache zu konfrontieren. In der Regel wissen Personen mit Demenz aber bereits intuitiv, dass mit ihrem Gedächtnis etwas nicht in Ordnung ist und sind verunsichert. Diese Verunsicherung kann durch einen offenen, sensiblen Umgang mit der Diagnose beseitigt werden. Ältere Personen haben oft Angst, ihren Platz in der Gesellschaft, ihre Vollwertigkeit zu verlieren. In dem sie ihren Vater weiterhin wie einen mündigen, wertvollen Menschen behandeln, unterstützen sie auch seine Fähigkeit zu verstehen, was mit ihm geschieht. Er kann sich selbst Gedanken über seine Zukunft machen und Behandlungsmaßnahmen zulassen. Jemandem die Wahrheit vorzuenthalten kann oft schlimmer sein, als die Wahrheit selbst. Die Entscheidung, ob sie ihren Vater aufklären oder nicht kann ihnen jedoch niemand abnehmen. Wenn sie sich dafür entscheiden, sollten sie dabei möglichst offen und schonungsvoll vorgehen. Seien sie behutsam und sensibel. Geben sie ihm die nötige Sicherheit, um mit der Diagnose fertig zu werden, sie zu akzeptieren und eine entsprechende Trauerreaktion einzuleiten. Verwenden sie eine Sprache, die ihr Vater versteht und gehen sie nur soweit, soweit auch er bereit ist, zu gehen. Bestätigen sie ihrem Vater, dass sie für ihn da sind. Wenden Sie sich an ihren behandelnden Arzt und an eine Selbsthilfegruppe.

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12. In meiner Familie leiden einige Ältere unter Demenz und Alzheimer. Wo kann ich untersuchen lassen, ob ich eine Veranlagung dazu habe und kann man da vorbeugen?

Genetische Faktoren sind verantwortlich für gehäuftes Auftreten der Alzheimer Krankheit in Familien. Studien zeigen, dass vor allem ein früher Krankheitsbeginn (d.h. vor dem 60.Lebensjahr) mit einem höheren Risiko für die Verwandten verbunden ist. Ungefähr bei 90% aller Erkrankten wirken jedoch viele Faktoren (Vorerkrankungen und Alterung des Gehirns, Umwelteinflüsse, Lebensführung, schwere körperliche Erkrankungen) ursächlich zusammen. Da die Forschungstätigkeit noch nicht abgeschlossen ist und es keine Behandlungsmöglichkeiten gibt, werfen Tests zur Untersuchung der genetischen Veranlagung ethische Probleme auf. Es gibt jedoch humangenetische Institute, die Tests und Beratung zu diesem Thema anbieten. Nachdem auch andere Risikofaktoren wie die Lebensführung an der Entwicklung einer Demenz innerhalb der Lebensspanne eines Individuums beteiligt sind, ist nach derzeitigem Wissensstand vor allem darauf zu achten. Das heißt, durch einen gesunden und aktiven Lebensstil kann das Risiko an einer Demenz zu erkranken positiv beeinflusst werden. Damit haben alle die Möglichkeit, die geistige Gesundheit durch einen gesunden Lebensstil zu schützen. Länger geistig fit zu bleiben hängt auch mit körperlicher Fitness zusammen, also gemäßigtes Ausdauertraining kombiniert mit aktiver geistiger Auseinandersetzung kann vor geistigem Abbau im Alter schützen. Gesunde Ernährung und regelmäßige Kontrolle der Blutdruckwerte und des Cholesterinspiegels wird von Medizinern empfohlen.

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13. Stimmt es, dass ich als Diabetiker eher gefährdet bin, später auch an einer Demenz zu erkranken?

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die eine kontinuierliche professionelle Behandlung erfordert. Studien zeigen, dass die Gefahr für eine gefäßbedingte Demenz bei Typ 2 Diabetikern ungefähr 4mal so hoch ist, eine Alzheimer Demenz etwa 1.5 mal so häufig vorkommt wie bei Personen ohne diese Stoffwechselkrankheit. Dies stellt klar, wie wichtig der Insulinstoffwechsel für die Hirnfunktion ist. Die Wechselwirkung zwischen den beiden Krankheitsbildern scheint jene zu sein, dass eine Stoffwechselstörung zu einer Schädigung der Hirngefäße führt. Dieser Prozess wiederum kann eine Degeneration der Hirnstrukturen fördern. Die genauen Mechanismen sind jedoch noch weitgehend unbekannt. Für Sie als Diabetiker ist es besonders wichtig, auf regelmäßige und richtige Ernährung, sowie auf ausreichend Bewegung zu achten. Besonders wichtig sind die regelmäßigen Kontrollen bei ihrem Arzt, damit die Medikamente individuell auf ihre Bedürfnisse eingestellt werden können und ihr Blutzuckerspiegel stabil bleibt. Auch als Diabetiker gilt, dass Sie mit einer gesunden Lebensweise ihr Erkrankungsrisiko für eine Demenz verringern können.

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14. Es heißt, Bildung und geistige Aktivität schützen am ehesten vor Demenz und Alzheimer. Was empfehlen die Experten? Mit 50 oder 60 Jahren noch einen Volkshochschulkurs besuchen?"

Studien haben gezeigt, dass niedrige Bildung und geistig nur geringfügig fordernde Aktivitäten durch die gesamte Lebensspanne ein Risiko zur Entwicklung frühzeitigen geistigen Abbaus darstellt und die Entwicklung einer demenziellen Erkrankung begünstigen kann. Das deutet darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns wesentlich davon abhängt, wie stark wir in jeder Lebensphase gefordert werden. Es wird vermutet, dass die Neurogenese (die Bildung neuer Nervenzellen) auch beim Menschen von der geistigen aber auch von der körperlichen Aktivität abhängig ist. Wichtig scheint dabei zu sein, dass neue Lerninhalte das Gehirn fordern und neue Bewegungsmuster gelernt werden. Ein abwechslungsreicher und fordernder, aber ausgeglichener und gesunder Lebensstil wird als Modell für die Entwicklung einer hohen kognitiven Reservekapazität (höhere Dichte an Nervenzellen) gesehen, die sich dann im Alter bezahlt machen soll. Einseitige Sichtweisen scheinen jedoch zum momentanen Zeitpunkt und nach dem Stand der Forschung nicht zulässig. So gibt es auch Hinweise, dass neben der geistigen und körperlichen Aktivität auch gefäßbedingte Faktoren (Bluthochdruck, Herzkrankheiten) und die Ernährung sowie Übergewicht und Diabetes eine bedeutende Rolle für die Hirngesundheit spielen.
Also ja, Neues lernen, neugierig bleiben zahlt sich in jedem Alter aus- vor allem wenn dies mit anderen Menschen zusammen geschieht, so beugt man gleichzeitig der sozialen Isolation vor und bereichert dadurch sein Leben. Geistige Aktivität sollte im Idealfall zusätzlich in einem gesunden, ausgewogenen Lebensstil eingebettet sein- es liegt also in unserer Hand, wie wir älter werden!

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15. Was ist die Basale Stimulation bei Personen mit Demenz?

Unter Basaler Stimulation versteht man ein Konzept zur Förderung von Menschen mit einer Demenz in den schweren Stadien der Erkrankung. Die Basale Stimulation basiert auf der Überlegung, dass Berührungen ein unverzichtbarer Teil des menschlichen Lebens sind. Durch gezielt eingesetzte Berührungen sowie durch die Stimulation der menschlichen Sinne kann erreicht werden, dass Personen besser kontaktfähig bleiben und sich besser spüren können. Gerade für Personen mit einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung, die mit Worten kaum oder gar nicht mehr mit der Umwelt kommunizieren können, ist die Basale Stimulation eine gute Möglichkeit um in Kontakt zu bleiben. Die Methode der basalen Stimulation berücksichtigt jene Fähigkeiten zur Wahrnehmung, die bei einer er Person mit Demenz erhalten sind und darauf aufbauend erfolgt die Aktivierung. Die Basale Stimulation arbeitet z.B. mit angenehmen Düften um den Geruchssinn zu stimulieren, achtet bei der Körperpflege auf behutsame Berührungen (Waschen, Abtrocknen, etc.) oder setzt zur Anregung des Hörsinnes die Lieblingsmusik der jeweiligen Person ein.

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16. Ist die Alzheimerdemenz mit Ernährung zu beeinflussen? Auf welche Lebensmittel sollte ich besonders achten?

Der Frage ob ein aktiver Lebensstil die Entwicklung einer demenziellen Erkrankung verhindert bzw. ob dadurch das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamt werden kann wird in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgegangen. Dazu gehört auch die Untersuchung des Einflusses der Ernährung auf die Gesundheit des Gehirns. Eine spezielle Anti-Alzheimerdiät kann derzeit nicht empfohlen werden. Untersuchungen geben jedoch Hinweise, dass sich eine moderne Form mediterraner Ernährung gut auf die Gehirnfunktionen auswirken könnte. Diese Ernährungsform besteht vorwiegend aus Olivenöl (statt anderer Öle und Fette), viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten (statt ausgemahlenem Mehl), Fisch und einem geringeren Anteil an Milchprodukten in Form von Käse und Joghurt. In sehr geringen Mengen sollten Fleisch und Fleischprodukte gegessen werden. Aufgrund ihrer besonderen Inhaltsstoffe gelten fettarme Meeresfische sogar als besonders empfehlenswert. Auch Gewürze wie Kurkuma, Heidelbeeren und grüner Tee sind immer wieder Gegenstand von Untersuchungen. Allerdings sind die Ergebnisse der Studien nicht einheitlich und vielfältige Faktoren im Laufe eines Lebens beeinflussen die Hirnfunktion in einem späteren Lebensabschnitt. Aus diesem Grund werden vielfältige Interventionen wahrscheinlich mehr Erfolg versprechen wie etwa die Kombination gesunder Ernährung und Bewegung. Eine Veränderung in Richtung eines gesunden Lebensstils kann in jeder Lebensphase die Lebensqualität verbessern und sich positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch Genuss in Maßen, Sozialkontakte und die Bereitschaft, neue Dinge zu lernen und zu erleben.

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17. Meine Mutter hat Alzheimer und lebt mittlerweile in einem Pflegeheim. Da meine Mutter mich nicht mehr erkennt und sie auch nicht mehr sprechen kann, ist meine Frage: merkt sie noch, was mit ihr passiert? Spürt sie Hunger, Durst oder Trauer? Bekommt sie noch irgendetwas mit?

Es ist sicherlich sehr schmerzhaft für sie, wenn ihre Mutter sie nicht mehr erkennt. In solchen Situationen ist man verunsichert, ob ein Mensch, der verlernt hat zu sprechen, Vorgänge in seinem Körper und in seiner Umgebung trotzdem wahrnehmen und interpretieren kann. Wir neigen oft dazu zu glauben, dass Personen mit Demenz in fortgeschrittenen Stadien, nichts mehr von ihrer Außen- und Innenwelt wahrnehmen. Zwar gehen durch die Erkrankung viele Fähigkeiten verloren, doch der emotionale Ausdruck und die emotionalen Bedürfnisse bleiben auch in den späten Demenzstadien erhalten. Personen mit Demenz spüren, ob sie von ihrer Umgebung angenommen werden. Sie reagieren auf das, was mit ihnen geschieht und spüren die Veränderungen die mit ihnen passieren.
Personen in fortgeschritten Demenzstadien spüren körperliche und soziale Missempfindungen und reagieren darauf oft mit non-verbalen Kommunikationsmitteln. Lernen sie die non-verbalen Signale ihrer Mutter zu deuten. Ob eine Person mit schwerer Demenz Gefühle so interpretiert, wie wir es im Laufe unseres Lebens gelernt haben, wissen wir nicht. Was wir beobachten können ist, dass Personen mit schwerer Demenz in einem guten emotionalen Klima erstaunliche Reaktionen zeigen können. In diesem Klima können Personen mit schwerer Demenz Genuss beim Essen und Trinken zeigen und auch wichtige Gefühle wie Trauer ausleben. Ihre Mutter braucht ihre Unterstützung auch in dieser letzten Phase ihrer Krankheit.


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18. Welche Art von Gedächtnistraining ist geeignet, damit ich einer Demenz so gut wie möglich vorbeuge?

Geistige, körperliche und soziale Aktivitäten können verhindern, dass erworbene Fähigkeiten früher als nötig verloren gehen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass es eine ganze Reihe von Möglichkeiten gibt, um unser Gehirn vor einer möglichen Demenzerkrankung zu schützen, oder den Beginn einer Erkrankung zu verzögern. An dem Spruch: „Wer rastet, der rostet“, scheint etwas Wahres dran zu sein. Forschungen zeigen, dass vorbeugendes Training möglichst komplex und vielfältig sein sollte. Um Funktionen im Alltag so lange wie möglich zu erhalten, sollten Trainingsmethoden auch alltagspraktische Relevanz haben. Versuchen sie beispielsweise ohne Einkaufszettel einkaufen zu gehen oder sich wichtige Telefonnummern zu merken, und sich nicht immer auf die elektronischen Speichermethoden zu verlassen.
Die soziale Komponente scheint im Rahmen eines vorbeugenden Trainings sehr wichtig zu sein, also gemeinsames Training mit anderen, gleichgesinnten Menschen in der Gruppe macht nicht nur mehr Freude sondern scheint auch effektiver. Freude und Spaß am Training sind entscheidende Qualitätskriterien einer Trainingsmethode. Denn nur mit positiven Emotionen lernen Menschen gerne und bleiben auch länger dabei. Wichtig ist nicht nur bereits Erlerntes zu erhalten, sondern auch Neues zu lernen. Die Entwicklung neuer Hobbies, das Erlernen neuer Fertigkeiten könnte sich ebenfalls positiv auswirken und bereichert zusätzlich ihr Leben


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19. Ist die medikamentöse Therapie bei Alzheimer-Patienten ausreichend oder ist eine nicht-medikamentöse Therapie zu empfehlen? Falls ja, wie sollte diese aussehen?

Die medikamentöse Therapie der Hauptsymptome einer Demenz ist heute Standard. Betroffene sollten so früh wie möglich im Krankheitsverlauf die Chance einer Behandlung erhalten, damit Gedächtnisfunktionen so lange wie möglich intakt bleiben. Voraussetzung für eine Behandlung ist eine gründliche medizinische Abklärung der Ursachen der Gedächtnisprobleme, damit körperliche Erkrankungen, die behandelbar sind, erkannt werden können. Neben der medizinischen Begleitung, brauchen Betroffene und pflegende Angehörige während des Krankheitsverlaufes jedoch auch psychosoziale Unterstützung. Maßnahmen zur psychosozialen Begleitung betroffener Familien werden unter dem Begriff nicht-medikamentöse Therapie zusammengefasst. Die Symptome der Krankheit in den einzelnen Stadien unterscheiden sich grundlegend. Darauf ist keine Familie und kein Betroffener vorbereitet. Für betroffene Personen und auch für die Familie gibt es im Zusammenhang mit der Krankheit vieles zu lernen. Das Wissen um die Symptome der Krankheit nimmt in der Regel viel von der Bedrohlichkeit der zukünftigen Ereignisse und die Betroffenen und ihre Familienmitglieder erlernen das Gefühl, dass sie nicht hilflos der Symptomatik ausgeliefert sind und die Zeit aktiv gestalten können. Angehörige sollen früh im Verlauf der Krankheit lernen, wie sie mit den Symptomen umgehen und sie müssen auch lernen, auf sich selbst zu achten und Entlastung zu akzeptieren. Betroffene Personen können durch Training der Funktionen erfahren, dass sie Dinge tun können und auch Neues lernen können. Durch das Training kann einem Verlust des Selbstwertes entgegengewirkt werden. Das Training in Stadien gerecht geführten Gruppen hat sich in den letzten Jahren sehr bewährt. Die Grundlage einer optimalen professionellen Begleitung von Menschen mit Demenz und deren Familien besteht meiner Ansicht nach aus einer Kombination von medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapie.

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20. Haben Sie Hoffnung, dass es ein Mittel gegen Alzheimer in absehbarer Zukunft gibt?

Ja! Denn die acht wichtigsten Industrienationen der Welt haben sich bei einem Treffen in London (September 2013) zu erheblichen Anstrengungen im Kampf gegen die Volkskrankheit Demenz verpflichtet. Nach einem von Großbritannien initiierten Gipfeltreffen hieß es in der Abschlusserklärung der G8-Gesundheitsminister, man verpflichte sich dem Ziel, bis 2025 ein wirksames Medikament zur Heilung von Demenz oder zur wirksamen Verbesserung der Symptome zu entwickeln. Gleichzeitig wolle man die Forschungsausgaben steigern.

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21. Wie wird Alzheimer-Demenz diagnostiziert?

Die Diagnose Alzheimer-Demenz wird mit etwa 95-prozentiger Sicherheit gestellt. Es gibt zurzeit noch keine ausreichend spezifischen Tests. Völlige Gewissheit bietet nur die mikroskopische Untersuchung des Gehirngewebes, die jedoch wegen der Operationsrisiken zu Lebzeiten nicht durchgeführt wird. Um zur Diagnose zu kommen, ist für den Arzt die Unterhaltung mit dem Patienten und dessen Angehörigen oft aussagekräftiger als bestimmte Untersuchungen und Tests. Die typischen Beschwerden und der Zeitpunkt ihres Auftretens liefern dabei entscheidende Informationen. Um andere Krankheiten auszuschließen, führt der Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung durch und lässt ein komplettes Blutbild (inkl. Schilddrüsenwerte, Vitamin B12, Folsäure) sowie einen Harnbefund erstellen.
Des Weiteren können sich eine Computertomographie (CT) und eventuell andere bildgebende Verfahren zur Darstellung des Gehirns (MRT, SPECT, PET) als sinnvoll erweisen. Eine Untersuchung der Gehirnflüssigkeit (Liquor), die durch einen kleinen Stich am Rückenmarkskanal (Liquorpunktion) gewonnen wird, gibt ebenfalls Hinweise.

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22. Was zeigen psychologische Tests?

Es gibt mehrere psychologische Tests, die die Beschwerden objektivieren und eine Einschätzung des möglichen Verlaufs zulassen. Um den Grad an geistigem Verfall zu messen, wird üblicherweise die Mini-Mental State Examination (MMSE) durchgeführt. Dieser standardisierte Test umfasst 30 Aufgaben, die Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Rechenfertigkeit, Erinnerungsfähigkeit und Sprache betreffen. Er ergibt einen Wert, der international anerkannt und in weiterer Folge zur Wahl der medikamentösen Therapie eingesetzt wird. Ein Schwachpunkt des Tests ist allerdings, dass Menschen mit höherem Bildungsniveau darin besser abschneiden, als es ihrem Krankheitsstatus entsprechen würde.
Uhrentest
Ein einfacher Test ist beispielsweise der Uhrentest: Man lässt den Betroffenen eine Uhr aufzeichnen, die Ziffern und eine vorgegebene Uhrzeit eintragen. Das Zeitverständnis wird beim Kind erst relativ spät entwickelt und geht daher bei einer Demenz früh verloren; denn erworbene Fähigkeiten werden in umgekehrter Reihenfolge wieder verlernt. Zur weiteren Abklärung können auch andere psychologische Tests und Befragungen durchgeführt werden.

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23. Wie soll man mit rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten umgehen?

So schwer es fällt, aber es ist leider notwendig, rechtliche und finanzielle Vorkehrungen zu treffen, solange der Patient noch dazu in der Lage ist. Mit fortschreitender Krankheit wird er wahrscheinlich nicht mehr fähig sein, seine Angelegenheiten zu regeln. Auch die Frage der zukünftigen Betreuung und Pflege sollte so rasch wie möglich entschieden werden, um Ihrem Angehörigen und Ihnen Angst und Sorge zu ersparen.

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