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Epidemiologie
Einteilung demenzieller
Krankheiten
Alzheimer oder
Altersdemenz
Beschreibung der
klinischen
Symptome
Theorie der Retrogenese
Diagnose und
Früherkennung
Behandlung
Das Bad Ischler Konzept:
Therapie
und Förderung
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Die Alzheimer'sche Krankheit © Verein M·A·S (Auer,
Span, Zehetner)
Aufgrund der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung
wird in den nächsten Jahren die Zahl Demenzkranker in Österreich
zunehmen. Im Jahr 2000 wurden 90.500 Betroffene geschätzt,
im Jahr 2050 wird sich die Zahl auf etwa 233.800 erhöhen (Wancata,
2001).
In den USA wird heute die Zahl der Erkrankten mit ungefähr
4 multipliziert, um eine weitere Dimension der Tragik zum Ausdruck
zu bringen. Eine ganze Familie ist meist durch die Erkrankung eines
Familienmitgliedes in ihrer Lebensführung beeinträchtigt.
Für Österreich würde das bedeuten, dass derzeit etwa
400.000 Menschen direkt und indirekt von der Krankheit betroffen
sind.
Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit
dem Alter. Tabelle 1 zeigt den prozentualen Anstieg demenzieller
Erkrankungen mit dem Lebensalter.
| Tab 1 Prävalenz von Demenzerkrankungen
(Hoffmann et al, 1991) |
| 65-69 Jahre |
70-74 Jahre |
75-79 Jahre |
80-84 Jahre |
85-89 Jahre |
90-94 Jahre |
>=95 Jahre |
| 1.4% |
4.1% |
5.7% |
13.0% |
21.6% |
32.2% |
34.7% |
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In der Literatur werden ca. 70 verschiedene Demenzformen
beschrieben. Demenzen bezeichnen eine Gruppe von Erkrankungen, die
fortschreitend zum Verlust intellektueller Fähigkeiten führen.
Man kann primär und sekundär degenerative Demenzen unterscheiden.
Bei primär degenerativen Demenzen ist die Hirnfunktion per
se pathologisch verändert. Durch genaue medizinische Untersuchungen
können andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.
Die Alzheimer’sche Krankheit (AK) macht den größten
Teil (50-70 %) der primär degenerativen Demenzen im höheren
Lebensalter aus. Dieses Krankheitsbild ist am umfangreichsten beforscht
und in der Literatur beschrieben.
Die vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Form und Unterscheidungen
zwischen Alzheimer Krankheit und vaskulärer Demenz sind oft
schwer (Bancher et al. 1998). Der wichtigste Risikofaktor für
eine vaskuläre Demenz ist die jahrelang unbehandelte Hypertonie.
Vaskuläre Demenzen sind durch einen plötzlichen Beginn,
intermittierenden Verlauf bei starken kognitiven Schwankungen (auch
innerhalb eines Tages), neurologischen Herdbefunden und fokalem
Befund im bildgebenden Verfahren gekennzeichnet.
Eine Multiinfarkt Demenz kann dagegen aufgrund mehrerer kleiner
Schlaganfälle mit bildgebenden Verfahren diagnostiziert werden.
Differentialdiagnostisch stellen v.a. die Abgrenzung zwischen normalem
kognitivem Leistungsniveau und einer Demenz (unter Berücksichtigung
des jeweiligen Bildungsstandes), die Unterscheidung beginnende Demenz
und Depression, Delirium (akute Verwirrtheit), Fokale neurologische
Störungen, und seltene Demenzformen (z. B. die Creutzfeld-Jakob-Krankheit)
eine Herausforderung dar.
Sekundär degenerative Demenzen sind eine Gruppe von sehr unterschiedlichen
Erkrankungen, die sowohl das Gehirn selbst betreffen können,
als auch allgemeine metabolische, endokrine oder Vitamin Mangelerkrankungen
sein können. Gemeinsam ist all diesen Erkrankungen, dass durch
unterschiedliche Mechanismen das Gehirn in seiner Funktion so beeinträchtigt
wird, dass die Symptomatik einer Demenz besteht. Tabelle 2 listet
Beispiele für Ursachen sekundär degenerativer Demenzen
auf.
Tab 2:
- Medikamente
- Alkohol
- Hypertonie
- Diabetes
- Extracerebrale Gefäßerkrankungen
- Schädel-Hirntrauma
- Kardiale Erkrankungen
- Schilddrüsen Unter- bzw. Überfunktion
- Hydrocephalus
- Hirntumor
- Sub/Epiduralhämatome
- Demenz bei Vitamin B12 – und Folsäuremangel
- Vitamin B1 Mangel (Wernicke-Krankheit)
- Progressive Paralyse
- AIDS
Nachdem die Alzheimer’sche Krankheit die häufigste Form
demenzieller Erkrankungen darstellt, werden sich die folgenden Ausführungen
auf dieses Krankheitsbild beschränken.
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Hohes Alter ist sicher nicht mit dem Verlust der intellektuellen
Funktionsfähigkeit gleichzusetzen. Im Gegenteil, wir wissen
heute, dass viele Leute das siebte, achte und neunte Lebensjahrzehnt
erreichen, ohne dass es zu einem messbaren Abfall ihrer intellektuellen
Leistungsfähigkeit, verglichen mit ihrer Jugend oder ihrem
mittleren Alter, kommt. Experten (z.B. Snowdon et al, 1996) glauben
heute, dass Alzheimer nicht ein plötzliches Ereignis ist, sondern
ein jahrzehntelanger Prozess. Hirnpathologische Veränderungen
(Ablagerung pathologischen Eiweißes, was in der Folge zur
Degeneration des Gehirns führt) können schon lange vor
dem Ausdruck klinischer Symptome beobachtet werden. Schon bei Menschen
mit 20 können Veränderungen im Gehirn festgestellt werden,
die typisch für eine Alzheimer Pathologie sind (Ohm et al,
1995).
Wann und bei welchen Personen die klinischen Merkmale einer Demenz
ausbrechen, läßt sich heute prognostisch noch nicht feststellen.
Manche Menschen produzieren das pathologische Eiweiß schneller
als andere. Es gibt die Hypothese, wonach jeder, wenn er nur alt
genug würde, klinische Symptome der Alzheimer’schen Krankheit
aufweisen würde.
Eine Unterscheidung zwischen Alzheimer und Altersdemenz ist also
nach heutigem Wissenstand weder aus pathologischer Sicht noch aus
klinischer Sicht haltbar. Es ist jedoch zu beachten, dass mit zunehmendem
Alter körperliche Gebrechen zunehmen, die das Bild der Erkrankung
komplizieren können. Jede Änderung der kognitiven Leistungsfähigkeit
sollte von einem Facharzt abgeklärt werden, ungeachtet vom
Alter der Person.
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Die Alzheimer’sche Krankheit verläuft bei unkompliziertem
Verlauf (ohne zusätzliche körperliche Erkrankungen und
Behinderungen) in den im Folgenden dargestellten 7 Stadien (Reisberg
et al., 1988 ;Auer et al, 1997; siehe Tabelle 3). Die Krankheit
entwickelt sich aus dem normalen Leistungsniveau eines Erwachsenen
heraus, wobei zwischen normalem Leistungsniveau (Stadium 1), und
einem Stadium unterschieden wird, bei dem Befragte über subjektive
Beschwerden klagen (Stadium 2). In beiden Stadien können nach
heutigem Wissensstand keine klinischen Symptome im Sinne einer Alzheimer
Krankheit festgestellt werden.
Das Übergangsstadium (Stadium 3) bezeichnet ein Stadium, in
dem erste Symptome einer kognitiven Minderleistung entdeckt werden
können. Dieses Stadium wird von einigen Autoren (z.B.Petersen,
1995; Golomb et. al, 2000) als „Mild Cognitive Impairment“
(MCI) bezeichnet. Die Prognose dieses Stadiums war lange Zeit unklar.
Eine neuere Studie (Golomb et al, 2000) untersuchte in einem langzeitlichen
Design, die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Demenz bei
nicht dementen Individuen (Stadium 1 und 2) gegenüber Individuen
mit MCI. Nach einer durchschnittlichen Zeitphase von 3.8 Jahren
waren 11.9% der Personen in GDS Stadien 1 und 2 dement, wohingegen
67.8% der GDS 3 Patienten in derselben Zeitspanne dement waren.
Dieses Stadium scheint somit ein Übergangsstadium zwischen
Normalzustand und Demenz zu sein.
Ab dem 4. Stadium wird die klinische Diagnose „ Demenz“
gestellt. Betroffene haben z.B. Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben
im Beruf oder Alltag durchzuführen.
Im Stadium 5 ist ein Überleben zu Hause ohne Hilfe nicht mehr
möglich. Betroffene haben Schwierigkeiten, ihre Kleidung nach
Jahreszeit und Anlass auszuwählen.
Im 6. Stadium verlieren Betroffene die Fähigkeit, grundlegende
Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen. Zunächst
gibt es Schwierigkeiten, sich selbstständig anzuziehen (Straßenkleidung
wird über Pyjama angezogen, Schwierigkeiten, Knöpfe oder
Reißverschlüsse zu schließen, dann kommt es zu
Schwierigkeiten, selbständig ein Bad oder eine Dusche zu nehmen
(Einstellen der Wassertemperatur, Vermeiden von Waschen, Angst vor
dem Wasser tritt oft gleichzeitig auf). Es kommt zu Schwierigkeiten
in der Toilette (Toilettenpapier wird an unüblichen Orten deponiert,
die Reinlichkeit nimmt ab, Toilettenspülung wird nicht betätigt).
Am Ende des 6.Stadiums kommt es zur Stuhlinkontinenz, und dann zum
Verlust der Darmkontrolle.
Der Beginn des 7.Stadiums kennzeichnet sich durch eine markante
Einschränkung der Sprechfähigkeit. Im Durchschnitt werden
nicht mehr als ein halbes Dutzend Wörter gebraucht. Die Sprechfähigkeit
geht meist mit einem einzigen Wort zugrunde. Ungefähr zur gleichen
Zeit verlernt der Betroffene die Fähigkeit zu gehen, anschließend
die Fähigkeit selbstständig (ohne Unterstützung von
Armlehnen) zu sitzen, zu lächeln und den Kopf aufrecht zu halten.
Die Dauer der einzelnen Stadien ist in Tabelle 3 aufgeführt.
Tab.3: Functional Assessment Staging (FAST) (Reisberg, 1988)
| Alzheimer Stadium |
Beschreibunng/Diagnose |
Dauer des Stadiums |
1 |
Normal |
- |
2 |
Subjektive Beschwerden |
- |
3 |
Mitarbeiter bemerken eine reduzierte Arbeitsleistung; Schwierigkeiten,
sich an fremden Orten zurecht zu finden |
7 Jahre |
4 |
Verminderte Fähigkeiten komplexe Aufgaben durchzuführen
(z.B. ein Abendessen für Gäste vorzubereiten, mit
Geld umzugehen, einzukaufen, usw.) |
2 Jahre |
5 |
Selbständiges Überleben ohne Hilfe nicht gewährleistet,
Probleme bei der Auswahl der Kleidung |
1.5 Jahre |
6 |
Verlust grundlegender Tätigkeiten des Alltags (Anziehen,
Waschen, Toilettengang, Urinkontrolle, Darmkontrolle) |
2.5 Jahre |
7 |
Verlust der Sprache und der Psychomotorik |
6 Jahre und mehr |
Copyright 1984 Barry Reisberg,
alle Rechte vorbehalten |
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Die Theorie der Retrogenese ist ein neuer Denkansatz zur Entstehung
, der medizinischen Behandlung und zur nicht-pharmakologischen Behandlung
der Alzheimer’schen Krankheit. Retrogenese wird von Reisberg
et al (1999) definiert als : „der Prozess, bei dem degenerative
Mechanismen den Mechanismus der normalen Kindheitsentwicklung umkehren
.“ Ähnlichkeiten zwischen den beiden Prozessen wurden
neuropathologisch, biomolekular, neurologisch und verhaltensmäßig
beschrieben. In Tabelle 4 sind die essentiellen Grundsätze
der Theorie zusammengefasst. Richtig verstanden und angewandt könnten
die beobachteten Parallelen hilfreich für die adäquate
und menschliche Behandlung und Begleitung dementer Menschen sein.
In Tabelle 5 sind die Bedürfnisse dementer Menschen, wie sie
sich aus der Retrogenese Theorie ergeben, dargestellt.
Tab. 4. Grundlagen der Retrogenese- Theorie:
Merkmale der normalen Kindheitsentwicklung und der Alzheimer Krankheit
(Reisberg et al. 2002 )
| |
Alter (ca.) |
Dauer bei der Ent-
wick-
lung |
Erworbene Fähigkeiten |
Verlorene
Fähigkeiten |
Alzheimer Stadium |
Dauer
bei der
Alzheimer-
krankheit |
Enwtwicklungs-
alter des
Patienten |
| Erwach-sener |
13-19 |
7 J |
Beruf ausüben |
Beruf ausüben |
3 MCI* |
7 Jahre |
19-12
(Erwachsener) |
| Späte Kindheit |
8-12 |
5 J |
Einfache Finanzaktionen |
Einfache Finanzaktionen |
4 (leicht) |
2 Jahre |
12-8 Jahre
(späte Kinder) |
| Mittlere Kindheit |
5-7 |
2,5 J |
Kleidung auswählen |
Kleidung auswählen |
5 (mäßig) |
1,5 Jahre |
7-5 Jahre
(mittlere Kindheit) |
| Frühe Kindheit |
5
4
4
3-4,5
2,3 |
4 J |
Anziehen
Waschen
Toilette
Urinkontrolle
Darmkontrolle |
Anziehen
Waschen
Toilette
Urinkontrolle
Darmkontrolle |
6a (mschwer)
b
c
d
e |
2,5 Jahre |
5-2 Jahre (frühe Kindheit) |
| Säugling-salter |
15
1
1
6-10
2,4
1-3 |
1,5 J |
5-6 Worte sprechen
1 Wort sprechen
Gehen
Sitzen
Lächeln
Kopf aufrecht halten |
5-6 Worte sprechen
1 Wort spr.
Gehen
Sitzen
Lächeln
Kopf aufrecht halten |
7a
(schwer)
b
c
d
e
f |
7 Jahre |
15 Monate
bis Geburt (Geburtsäug
lingsalter) |
Copyright 1984, 1986, 2000
Barry Reisberg, alle Rechte vorbehalten.
*MCI – Mild cognitive Impairment (Leichte kognitive
Störung) |
Tab.5 Bedürfnisse dementer Personen nach der Retrogenese
Theorie (Reisberg, 1998)
| FAST Stadium |
Entwicklungsalter |
Benötigte Betreuung bei Alzheimerpatienten |
1 |
Erwachsener |
KeineKeine |
2 |
Erwachsener |
Keine |
3 |
12+ Jahre |
Keine |
4 |
8-12 Jahre |
Unabhängiges Überleben möglich |
5 |
5-7 Jahre |
Person kann alleine ohne Unterstützung nicht überleben |
6 |
2-5 Jahre |
Person braucht vollzeitige Begleitung |
7 |
0-2 Jahre |
Person benötigt vollzeitige Pflege und Begleitung |
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Die Alzheimer’sche Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Warum
sollte man sich also um eine frühe Erkennung der Krankheit
bemühen?
Eine frühe Erkennung ist wichtig:
1. Um körperliche Erkrankungen, die zu sekundär degenerativen
Demenzen führen können, rasch behandeln zu können
2. Um Therapien früh anzusetzen, denn so sind sie am sinnvollsten
Durch die Entwicklung therapeutischer Methoden (pharmakologischer
und nicht pharmakologischer) besteht heute kein Grund mehr für
eine nihilistische Einstellung.
Je früher im Krankheitsverlauf ein breit angesetztes Behandlungskonzept
beginnen kann, desto sinnvoller ist es. Dies gilt sowohl für
pharmakologische Therapien als auch für nicht pharmakologische
Therapien (z.B. psychosoziale Begleitungsprogramme).
Eine frühe Erkennung bedeutet eine Erkennung der Symptomatik
in der Prodromalphase (FAST Stadium 3, siehe Tabelle 3) und in der
Phase des Beginns einer Demenz (FAST Stadium 4, siehe Tabelle 3).
Kommt es zu einer Minderung der kognitiven Leistungsfähigkeit,
so sollte auf jeden Fall die Ursache fachärztlich abgeklärt
werden und nicht automatisch das Alter für die verringerte
geistige Leistungsfähigkeit verantwortlich gemacht werden.
Heute werden international anerkannte Diagnosekriterien verwendet.
Dadurch werden die Vergleichbarkeit und die Verlässlichkeit
der Diagnosen erhöht.
In Tabelle 6 sind die wichtigsten Untersuchungsschritte zur Abklärung
einer demenziellen Erkrankung aufgelistet.
Tab. 6 Notwendige Untersuchungen zur Abklärung einer
Demenz
- Krankengeschichte
- Krankengeschichte von einem nahen Angehörigen
- Medikamente
- Medizinische Untersuchung
- Neurologische Untersuchung
- Psychopathologische Untersuchung
- Neuropsychologische Testung
- Laboruntersuchung
- Elektrokardiogramm
- Elektroenzephalogramm
- Bildgebende Verfahren (CT, MRT, SPECT)
Auf der Suche nach den frühesten Symptomen einer Alzheimer’schen
Krankheit wurden in einer Population von 83 Patienten folgende Symptome
gefunden: 47 % der Patienten zeigten Gedächtnisschwierigkeiten
als erste Zeichen, 32 % hatten psychiatrische Symptome (sozialer
Rückzug, Misstrauen paranoide Wahnsymptomatik, Furcht, generalisierte
Angst, Ärger, Wutausbrüche, Aggression, Horten, übermäßiges
Geldausgeben, Verlust des sozialen Taktes, Depression, wahnhafte
Depression) 10.9% hatten neurologische Symptome (Orientierungsschwierigkeiten,
Dysphasia, Dyspraxia), 9.6% hatten Schwierigkeiten im Alltag (Schwierigkeiten
mit Finanzen, Berichte von Arbeitskollegen über schlechtere
Leistungen, Verwirrung bei längeren Reisen; Oppenheim , 1994).
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Da eine kausale Therapie demenzieller Erkrankungen noch nicht möglich
ist, muß der Behandlungsplan für diese Gruppe von Erkrankungen
breit angelegt sein. Die grundlegenden Ziele der Behandlung sind
eine Verzögerung des Fortschreitens der Erkrankung und eine
möglichst lange Erhaltung der Selbständigkeit der Betroffenen.
Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt in der Behandlung ist die
Begleitung und Unterstützung von Angehörigen.
Wichtige weitere Ziele sind:
- Erhaltung der Würde und des Selbstwertes in jedem Stadium
der Erkrankung
- Ermöglichung der Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse
(z. B. Bewegung, frische Luft, Beschäftigung, sinnvoller Tagesablauf,
Zuneigung, Achtung)
- Aktivierung und Förderung
Antidementiva (Medikamente zur Behandlung von Demenzen) können
eine Verzögerung des Fortschreitens der Krankheit bewirken.
Die Wirksamkeit dieser Mittel wurde mit wissenschaftlichen Methoden
belegt . Eine Therapie sollte deshalb versucht werden. Der Behandlungserfolg
ist im Einzelfall nicht vorhersehbar, weshalb eine Therapie vom
Arzt sehr genau überwacht werden sollte. Leichte bis deutliche
Erfolge werden bei 10-30% der Behandelten angegeben. Die derzeit
zur Verfügung stehenden Antidementiva gehören der Klasse
der Cholinesterasehemmer an . Derzeit sind die Präparate Arizept,
Exelon, Reminyl und Cognex zugelassen. Die Präparate unterscheiden
sich v.a. durch ihre Nebenwirkungsprofile.
Antidementiva sind in den frühen Phasen der Erkrankung am sinnvollsten.
Studien haben gezeigt (Mittelmann 1996, Brodaty 1997), daß
Angehörigenentlastung in Form von Angehörigengruppen und
Trainingsprogrammen eine signifikante Verzögerung des Zeitpunktes
einer Institutionalisierung bewirken.
Darüber hinaus scheint es uns wichtig, auch Betroffene in eine
psychosoziale Betreuung einzubinden. Eine ganzheitliche psychosoziale
Betreuung hat das Ziel, Angehörige und Betroffene aninander
in der veränderten Lebenssituation anzunähern und eine
bessere Lebensqualität für beide zu erzielen.
Betroffene haben die Chance ihre Krankheit besser zu verarbeiten
und Strategien zu entwickeln, die ein möglichst langes, selbständiges
Funktionieren ermöglichen.
Angehörige müssen über die Erkrankung informiert
werden und den Umgang mit den Symptomen der Erkrankung lernen. Manche
müssen lernen, Hilfestellungen zu akzeptieren und sich selber
Freiräume zuzugestehen.
Sowohl für Angehörigenentlastung als auch für ganzheitliche
psychosoziale Entlastungsprogramme gilt, daß je früher
im Krankheitsverlauf diese ansetzen, desto größer ist
der Effekt.
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Ohne Familienangehörige ist die Betreuung und Begleitung Demenzkranker
nicht möglich. Die Kosten für Staat und Gesellschaft wären
enorm!
Damit Familienangehörige eine Betreuung so lange wie möglich
gesund durchführen können, ist es notwendig, Entlastung
anzubieten.
Betreuende Angehörige werden häufig durch die ungeheuren
Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, selbst krank (z.B. Depressionen,
Bluthochdruck) und benötigen mehr Medikamente und Arztbesuche
als Angehörige die entlastet werden (Brodaty, 1997).
Unter der Bezeichnung Therapie-und
Förderungsaufenthalt (TUF) wurde von M.A.S ein Konzept
zur optimalen Förderung Betroffener und der Entlastung pflegender
Angehöriger entwickelt.
Der Betroffene wird von einem für ihn wichtigen Betreuer begleitet
(Ehemann, Ehefrau, Kinder, Professionelle Betreuer). Durch Schulungen
bekommt der Betreuer Informationen über die Krankheit, über
Behandlungsmöglichkeiten, und lernt durch „Lernen
am Modell“ einen besseren Umgang mit dem Betroffenen.
Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß die gelernten
Verhaltensweisen sich auf den Alltag zu Hause übertragen
lassen.
Den Betreuern werden darüber hinaus Vorträge, die eine
gesunde Lebensführung fördern sollen, angeboten.
Ein besonderes Augenmerk wird auf Verhaltensauffälligkeiten
und schwierige Verhaltensweisen und deren psychosoziale Behandlung
gelenkt. Angehörige lernen auch wieder, einen Freiraum für
sich zu akzeptieren, Spaß und Freude an Unternehmungen ohne
die Beschwernisse des Alltages. Dieser Freiraum ist essentiell für
eine gesunde Zukunft von betreuenden Angehörigen. Das Bewusstsein,
dass die Betroffenen gut aufgehoben sind und auch einmal für
ein paar Stunden mit anderen Menschen zusammen sein können,
schafft das Vertrauen und ermöglicht die Akzeptanz dieser Freiräume.
Speziell ausgebildetes Personal kümmert sich um Betroffene
und Angehörige. Das Team besteht aus Arzt, Psychologen,
Krankenschwestern und speziell ausgebildeten M.A.S TrainerInnen.
Betroffene werden stadiengerecht gefördert und beschäftigt.
Verschiedene therapeutische Methoden werden angewendet. (z. B. Ergotherapie,
Musiktherapie, Kunsttherapie, Physiotherapie, Kommunikationstherapie).
Ein wichtiger Aspekt ist das Wohlfühlen: Massagen werden für
Betroffene und Angehörige angeboten, wir bemühen uns stets,
eine angenehme unterstützende Atmosphäre zu schaffen.
Wichtig ist auch dass Humor, Heiterkeit und Spaß nicht zu
kurz kommen!
Eine Therapie dauert 14 Tage und wird im Bad Ischler Hotel Goldener
Ochs durchgeführt.
Das Konzept des Therapie-und Förderungsaufenthaltes wurde
im Jahr 2001 mit dem Paul Petrie Preis der Universität Graz
ausgezeichnet.
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LIEBESGESCHICHTEN – Biographiearbeit
mit alten Menschen
BLIMLINGER Eva, ERTL Angelika
KOCH-STRAUBE Ursula,
WAPPELSHAMMER Elisabeth
Vincentz Verlag, Hannover 1996
ISBN: 3-87870-060-1
ALZHEIMER – WAS TUN?
Eine Familie lernt, mit der Krankheit zu leben
GÖTTE Rose, LACKMANN Edith
Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1996
ISBN: 3-407-55745-0
HÄUSLICHE PFLEGE.... UND SICH NICHT VERGESSEN
Was pflegende Angehörige wissen sollten
HÖHN Monika
Papyrossa Verlag Gmbh & Co, Kg, Köln 1995
ISBN: 3-89-438-095-0
DAS GROSSE VERGESSEN – DIE ALZHEIMER KRANKHEIT
FURTHMAYR-SCHUH Annelies
Kreuz Zürich 1997
ISBN: 3-268-00102-5
WENN ELTERN KINDER WERDEN UND DOCH ELTERN BLEIBEN
Die Doppelbotschaft der Altersdemenz
KLESSMANN Edda
Verlag Hans Huber/BRO 1999
ISBN: 3-456-83190-0
SO BLÖD BIN ICH NOCH LANGE NICHT
Was in geistig verwirrten, älteren Menschen vor sich geht
Information und Hilfe für Angehörige, Freunde und Pflegende
Dr. MIESEN Bere
Verlag Trias 1998
ISBN: 3-89373-331-0
LEBEN MIT VERGESSLICHKEIT
Dr. med. THUILE Christian
EIN LANGER ABSCHIED
Der Verlauf einer Alzheimer-Krankheit
DETTE Ursula
LEBEN MIT DER ALZHEIMER KRANKHEIT
FELDMANN Lili
ALZHEIMER KRANKHEIT
Ursachen, Krankheitszeichen, Untersuchung, Behandlung
Dr.med. KRÄMER Günther
DAS LEBEN VERGESSEN
Leben mit Demenzkranken alten Menschen
STUHLMANN Wilhelm
„NIMM DIR ZEIT FÜR OMA UND OPA“
Geistig fit ins Alter
Gedächtnisübungen für ältere Menschen
Gerald Gatterer, Antonia Croy
Springer Verlag WienNewYork
ISBN 3-211-83542-3
VERWIRRUNG
Als gesellschaftliche Herausforderung
Gerald SCHÖPFER / Gerlinde STESSEL (Hg.)
Druck: Medienfabrik Graz
ISBN 3-901674-09-8
DER VERWIRRTE ALTE MENSCH
Gerald SCHÖPFER / Gerlinde STESSEL (HG.)
Druck: Medienfabrik Graz
ISBN 3-901674-07-1
VALIDATION
Ein neuer Weg zum Verständnis alter Menschen
FEIL Naomi
Verlag: Altern & Kultur – Validation in Österreich
ISBN: 3-901291-05-9
VALIDATION IN ANWENDUNG UND BEISPIELEN
Der Umgang mit verwirrten Menschen
FEIL Naomi
Reinhardt-Verlag
ISBN 3-497-01516-4
AUSBRUCH IN DIE MENSCHENWÜRDE
Validation – einfache Techniken um Menschen mit
Altersverwirrtheit/Demenz vom Typus Alzheimer zu helfen
Naomi FEIL
ISBN 3-901291-04-0
MITEINANDER REDEN: STÖRUNGEN UND KLÄRUNGEN
SCHULZ von THUN Friedemann
Rowohlt Taschenbuchverlag , 1998
ISBN: 3-499-60606-2
MEDITIEREN IN ALLEN LEBENSLAGEN
Meditationstechniken für Körper, Geist und Seele
STEVENS Edward
Rowohlt Tschenbuchverlag Gmbh
ISBN: 3-499-19758-8
KRANKENPFLEGE ZU HAUSE
Auf der Grundlage der anthroposophisch orientierten Medizin
BENTHEM van BEEK VOLENHOVEN Albertine,
BOS Saskia, VISSER-KLEIN LEBBINK Will,
HOUSSAYE LIEVEGOED de la Ermengarde,
Verlag freies Geisterleben, Stuttgart 1996
ISBN: 3-7725-0170-2
DIE ALTEN ELTERN ZU HAUSE PFLEGEN
Fürsorge, Pflege und praktische Tips für den schweren
Alltag
BERGMANN Stefanie
Kreuz Verlag AG, Zürich 1996
ISBN: 3-268-00189-0
MIT WÜRDE AUS DEM LEBEN GEHEN
Ein Ratgeber für die Begleitung Sterbender
CALLANAN Maggie, KELLEY Patricia
Knauer Verlag, München 1993
ISBN: 3-426-84021-9
PRAKTISCHES HANDBUCH DER HAUSKRANKENPFLEGE
HASTINGS Diana
Herder Verlag, Freiburg in Breisgau 1989
ISBN: 3-451-21320-6
KOMM: ICH LASS DICH GEHEN
Schwerkranke zu Hause pflegen
STROHAL Helga, STROHAL Walther
Verlag am Eschenbach 1992
ISBN: 3-88671-127-7
DIE PFLEGE VERWIRRTER ALTER MENSCHEN
Psychisch Alterskranke und ihre Helfer im menschlichen Miteinander
GROND Erich
Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau 1996
ISBN: 3-7841-0871-7
ETWAS TUN!
Die Arbeit mit Alzheimerkranken und anderen chronisch Verwirrten
ZGOLA Jitka M.
Verlag Hans Huber, Bern 1999
ISBN: 3-456-83397-0
ALZHEIMER-KRANKE BETREUEN
Dr.med. KRÄMER Günther
HANDBUCH DER BETREUUNG UND PFLEGE VON ALZHEIMER-PATIENTEN
Herausgegeben von Alzheimer Europe
1999 Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14
D-70469 Stuttgart
HILFEBEDÜRFTIGE UND AUTONOMIE
Zur Flankierung von Altersproblemen durch kooperationsorientierte
Hilfen
ZEMAN Peter (Hrsg)
Deutsches Zentrum für Altersfragen e.V.
Berlin 1989
ISBN: 3-88962-086-8
DAS ALTER
BEVAUVOIR de Simone
Rowohlt Taschenbuchverlag Gmbh
ISBN: 3-499-17095-7
EIN SANFTER TOD
BEVAUVOIR deSimone
Rowohlt Taschenbuchverlag Gmbh
ISBN: 3-499-11016-4
WO IST DENN MEINE BRILLE?
BIEGEL Anne, SWILDENS Heleen
dtv-Verlag Gmbh & Co, KG München 1995
ISBN: 3-423-25100-X;
WAS IST HEILEN?
Berühmte Heilerinnen und Heiler antworten
CARLSON Richard, SHIELD Benjamin (Hrsg)
Goldmann Verlag, München 1994
ISBN: 3-422-13768-3
LEBEN AUS ZWEITER HAND
Reihe „Die Frau in der Gesellschaft“
DAVID Janina
Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 1990
ISBN: 3-596-24744-6
ALTERN IM LEBENSLAUF
Leopold ROSENMAYR
Vaudenhoeck & Ruprecht Verlag
Göttingen 1996
ISBN: 3-525-01720-0
PFLEGENDE GESCHICHTEN
Pflegende Angehörige erzählen
SCHREIBWERKSTATT AM BÜRGERTREFF Nürtingen
Sindlinger-Burchartz Verlag
Frickenhausen 1994
ISBN: 3-928812-07-6
ALTERN ALS HERAUSFORDERUNG
Band 1 – Soziale Teilhabe und Integration älterer Menschen
SIMON Gertrud und HARING Solveig
Druckerei Theiss GmbH, A-9400 Wolfsberg
Graz 1999
ISBN: 3-7011-7417-2
SMALL WORLD
Roman
SUTER Martin
Diogenes Verlag AG Zürich 1997
ISBN: 3-257-06146 –3
ALZHEIMER
Das Leben eines Arztes und die Karriere einer Krankheit
MAURER Konrad und Ulrike
Piper Verlag GmbH, München 1998
ISBN: 3-492-04061-6
DER 36-STUNDEN TAG
Die Pflege des verwirrten älteren Menschen
MACE Nancy L.
DAS ALZHEIMER-SCHICKSAL MEINER FRAU
Lebend begraben im Bett
FUHRMANN Alfred
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