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Die Alzheimer'sche Krankheit © MAS Alzheimerhilfe (Auer, Span, Zehetner)

Die Zahl der Menschen mit Demenz nimmt ständig zu. Weltweit sind derzeit 44 Millionen Menschen betroffen. In Österreich leben ca. 120.000 Menschen mit Demenz. 60 – 80% davon entfallen auf die Alzheimer Demenz. Experten rechnen mit einer Verdoppelung der Demenzfälle bis 2030 und einer Verdreifachung bis 2050! Dementsprechend hoch ist auch die Anzahl der indirekt Betroffenen, wie etwa der Angehörigen.

Eine Demenzerkrankung stellt sowohl die Betroffenen als auch ihre Angehörigen vor eine Reihe von Schwierigkeiten. Menschen mit Demenz werden im Verlauf der Erkrankung zunehmend hilfsbedürftig, was für Angehörige meist eine große Belastung und Herausforderung ist. Um die Betroffenen besser verstehen und begleiten zu können, ist es wichtig, selbst Unterstützung anzunehmen. Eine Methode ist die Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild, dem Krankheitsverlauf und den möglichen Symptomen.

Dazu geben wir Ihnen hier eine Einführung oder Sie werfen einen Blick auf unsere Literaturtipps.

 

INHALT:

01. Epidemiologie
02. Die Einteilung demenzieller Erkrankungen
03. Alzheimer oder Altersdemenz?
04. Beschreibung der klinischen Symptome der Alzheimer’schen Krankheit
05. Die Theorie der Retrogenese
06. Diagnose und Früherkennung
07. Die Behandlung der Alzheimer’schen Krankheit
08. Das Bad Ischler Konzept: Therapie und Förderung für Angehörige und Betroffene
09. Referenzen
10. Literaturtipps

 


1. Epidemiologie


Aufgrund der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung wird in den nächsten Jahren die Zahl Demenzkranker in Österreich zunehmen. Im Jahr 2000 wurden 90.500 Betroffene geschätzt, im Jahr 2050 wird sich die Zahl auf etwa 233.800 erhöhen (Wancata, 2001).
In den USA wird heute die Zahl der Erkrankten mit ungefähr 4 multipliziert, um eine weitere Dimension der Tragik zum Ausdruck zu bringen. Eine ganze Familie ist meist durch die Erkrankung eines Familienmitgliedes in ihrer Lebensführung beeinträchtigt. Für Österreich würde das bedeuten, dass derzeit etwa 400.000 Menschen direkt und indirekt von der Krankheit betroffen sind.
Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit dem Alter. Tabelle 1 zeigt den prozentualen Anstieg demenzieller Erkrankungen mit dem Lebensalter.


Tab. 1: Prävalenz von Demenzerkrankungen (Hoffmann et al, 1991)
65-69 Jahre 70-74 Jahre 75-79 Jahre 80-84 Jahre 85-89 Jahre 90-94 Jahre >=95 Jahre
1.4% 4.1% 5.7% 13.0% 21.6% 32.2% 34.7%

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2. Die Einteilung demenzieller Erkrankungen


In der Literatur werden ca. 70 verschiedene Demenzformen beschrieben. Demenzen bezeichnen eine Gruppe von Erkrankungen, die fortschreitend zum Verlust intellektueller Fähigkeiten führen.
Man kann primär und sekundär degenerative Demenzen unterscheiden. Bei primär degenerativen Demenzen ist die Hirnfunktion per se pathologisch verändert. Durch genaue medizinische Untersuchungen können andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Die Alzheimer’sche Krankheit (AK) macht den größten Teil (50-70 %) der primär degenerativen Demenzen im höheren Lebensalter aus. Dieses Krankheitsbild ist am umfangreichsten beforscht und in der Literatur beschrieben.

Die vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Form und Unterscheidungen zwischen Alzheimer Krankheit und vaskulärer Demenz sind oft schwer (Bancher et al. 1998). Der wichtigste Risikofaktor für eine vaskuläre Demenz ist die jahrelang unbehandelte Hypertonie. Vaskuläre Demenzen sind durch einen plötzlichen Beginn, intermittierenden Verlauf bei starken kognitiven Schwankungen (auch innerhalb eines Tages), neurologischen Herdbefunden und fokalem Befund im bildgebenden Verfahren gekennzeichnet.
Eine Multiinfarkt Demenz kann dagegen aufgrund mehrerer kleiner Schlaganfälle mit bildgebenden Verfahren diagnostiziert werden. Differentialdiagnostisch stellen v.a. die Abgrenzung zwischen normalem kognitivem Leistungsniveau und einer Demenz (unter Berücksichtigung des jeweiligen Bildungsstandes), die Unterscheidung beginnende Demenz und Depression, Delirium (akute Verwirrtheit), Fokale neurologische Störungen, und seltene Demenzformen (z. B. die Creutzfeld-Jakob-Krankheit) eine Herausforderung dar.

Sekundär degenerative Demenzen sind eine Gruppe von sehr unterschiedlichen Erkrankungen, die sowohl das Gehirn selbst betreffen können, als auch allgemeine metabolische, endokrine oder Vitamin Mangelerkrankungen sein können. Gemeinsam ist all diesen Erkrankungen, dass durch unterschiedliche Mechanismen das Gehirn in seiner Funktion so beeinträchtigt wird, dass die Symptomatik einer Demenz besteht. Tabelle 2 listet Beispiele für Ursachen sekundär degenerativer Demenzen auf.

Tab. 2:
- Medikamente
- Alkohol
- Hypertonie
- Diabetes
- Extracerebrale Gefäßerkrankungen
- Schädel-Hirntrauma
- Kardiale Erkrankungen
- Schilddrüsen Unter- bzw. Überfunktion
- Hydrocephalus
- Hirntumor
- Sub/Epiduralhämatome
- Demenz bei Vitamin B12 – und Folsäuremangel
- Vitamin B1 Mangel (Wernicke-Krankheit)
- Progressive Paralyse
- AIDS

Nachdem die Alzheimer’sche Krankheit die häufigste Form demenzieller Erkrankungen darstellt, werden sich die folgenden Ausführungen auf dieses Krankheitsbild beschränken.

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3. Alzheimer oder Altersdemenz?


Hohes Alter ist sicher nicht mit dem Verlust der intellektuellen Funktionsfähigkeit gleichzusetzen. Im Gegenteil, wir wissen heute, dass viele Leute das siebte, achte und neunte Lebensjahrzehnt erreichen, ohne dass es zu einem messbaren Abfall ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit, verglichen mit ihrer Jugend oder ihrem mittleren Alter, kommt. Experten (z.B. Snowdon et al, 1996) glauben heute, dass Alzheimer nicht ein plötzliches Ereignis ist, sondern ein jahrzehntelanger Prozess. Hirnpathologische Veränderungen (Ablagerung pathologischen Eiweißes, was in der Folge zur Degeneration des Gehirns führt) können schon lange vor dem Ausdruck klinischer Symptome beobachtet werden. Schon bei Menschen mit 20 können Veränderungen im Gehirn festgestellt werden, die typisch für eine Alzheimer Pathologie sind (Ohm et al, 1995).

Wann und bei welchen Personen die klinischen Merkmale einer Demenz ausbrechen, läßt sich heute prognostisch noch nicht feststellen. Manche Menschen produzieren das pathologische Eiweiß schneller als andere. Es gibt die Hypothese, wonach jeder, wenn er nur alt genug würde, klinische Symptome der Alzheimer’schen Krankheit aufweisen würde.

Eine Unterscheidung zwischen Alzheimer und Altersdemenz ist also nach heutigem Wissenstand weder aus pathologischer Sicht noch aus klinischer Sicht haltbar. Es ist jedoch zu beachten, dass mit zunehmendem Alter körperliche Gebrechen zunehmen, die das Bild der Erkrankung komplizieren können. Jede Änderung der kognitiven Leistungsfähigkeit sollte von einem Facharzt abgeklärt werden, ungeachtet vom Alter der Person.

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4. Beschreibung der klinischen Symptome der Alzheimer’schen Krankheit


Die Alzheimer’sche Krankheit verläuft bei unkompliziertem Verlauf (ohne zusätzliche körperliche Erkrankungen und Behinderungen) in den im Folgenden dargestellten 7 Stadien (Reisberg et al., 1988 ;Auer et al, 1997; siehe Tabelle 3). Die Krankheit entwickelt sich aus dem normalen Leistungsniveau eines Erwachsenen heraus, wobei zwischen normalem Leistungsniveau (Stadium 1), und einem Stadium unterschieden wird, bei dem Befragte über subjektive Beschwerden klagen (Stadium 2). In beiden Stadien können nach heutigem Wissensstand keine klinischen Symptome im Sinne einer Alzheimer Krankheit festgestellt werden.

Das Übergangsstadium (Stadium 3) bezeichnet ein Stadium, in dem erste Symptome einer kognitiven Minderleistung entdeckt werden können. Dieses Stadium wird von einigen Autoren (z.B.Petersen, 1995; Golomb et. al, 2000) als „Mild Cognitive Impairment“ (MCI) bezeichnet. Die Prognose dieses Stadiums war lange Zeit unklar. Eine neuere Studie (Golomb et al, 2000) untersuchte in einem langzeitlichen Design, die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Demenz bei nicht dementen Individuen (Stadium 1 und 2) gegenüber Individuen mit MCI. Nach einer durchschnittlichen Zeitphase von 3.8 Jahren waren 11.9% der Personen in GDS Stadien 1 und 2 dement, wohingegen 67.8% der GDS 3 Patienten in derselben Zeitspanne dement waren. Dieses Stadium scheint somit ein Übergangsstadium zwischen Normalzustand und Demenz zu sein.

Ab dem 4. Stadium wird die klinische Diagnose „ Demenz“ gestellt. Betroffene haben z.B. Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben im Beruf oder Alltag durchzuführen.

Im Stadium 5 ist ein Überleben zu Hause ohne Hilfe nicht mehr möglich. Betroffene haben Schwierigkeiten, ihre Kleidung nach Jahreszeit und Anlass auszuwählen.

Im 6. Stadium verlieren Betroffene die Fähigkeit, grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen. Zunächst gibt es Schwierigkeiten, sich selbstständig anzuziehen (Straßenkleidung wird über Pyjama angezogen, Schwierigkeiten, Knöpfe oder Reißverschlüsse zu schließen, dann kommt es zu Schwierigkeiten, selbständig ein Bad oder eine Dusche zu nehmen (Einstellen der Wassertemperatur, Vermeiden von Waschen, Angst vor dem Wasser tritt oft gleichzeitig auf). Es kommt zu Schwierigkeiten in der Toilette (Toilettenpapier wird an unüblichen Orten deponiert, die Reinlichkeit nimmt ab, Toilettenspülung wird nicht betätigt). Am Ende des 6.Stadiums kommt es zur Stuhlinkontinenz, und dann zum Verlust der Darmkontrolle.

Der Beginn des 7.Stadiums kennzeichnet sich durch eine markante Einschränkung der Sprechfähigkeit. Im Durchschnitt werden nicht mehr als ein halbes Dutzend Wörter gebraucht. Die Sprechfähigkeit geht meist mit einem einzigen Wort zugrunde. Ungefähr zur gleichen Zeit verlernt der Betroffene die Fähigkeit zu gehen, anschließend die Fähigkeit selbstständig (ohne Unterstützung von Armlehnen) zu sitzen, zu lächeln und den Kopf aufrecht zu halten.
Die Dauer der einzelnen Stadien ist in Tabelle 3 aufgeführt.


Tab. 3: Functional Assessment Staging (FAST) (Reisberg, 1988)

Alzheimer Stadium Beschreibunng/Diagnose Dauer des Stadiums
1
Normal -
2
Subjektive Beschwerden -
3
Mitarbeiter bemerken eine reduzierte Arbeitsleistung; Schwierigkeiten, sich an fremden Orten zurecht zu finden 7 Jahre
4
Verminderte Fähigkeiten komplexe Aufgaben durchzuführen (z.B. ein Abendessen für Gäste vorzubereiten, mit Geld umzugehen, einzukaufen, usw.) 2 Jahre
5
Selbständiges Überleben ohne Hilfe nicht gewährleistet, Probleme bei der Auswahl der Kleidung 1.5 Jahre
6
Verlust grundlegender Tätigkeiten des Alltags (Anziehen, Waschen, Toilettengang, Urinkontrolle, Darmkontrolle) 2.5 Jahre
7
Verlust der Sprache und der Psychomotorik 6 Jahre und mehr
Copyright 1984 Barry Reisberg, alle Rechte vorbehalten

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5. Die Theorie der Retrogenese


Die Theorie der Retrogenese ist ein neuer Denkansatz zur Entstehung , der medizinischen Behandlung und zur nicht-pharmakologischen Behandlung der Alzheimer’schen Krankheit. Retrogenese wird von Reisberg et al (1999) definiert als : „der Prozess, bei dem degenerative Mechanismen den Mechanismus der normalen Kindheitsentwicklung umkehren .“ Ähnlichkeiten zwischen den beiden Prozessen wurden neuropathologisch, biomolekular, neurologisch und verhaltensmäßig beschrieben. In Tabelle 4 sind die essentiellen Grundsätze der Theorie zusammengefasst. Richtig verstanden und angewandt könnten die beobachteten Parallelen hilfreich für die adäquate und menschliche Behandlung und Begleitung dementer Menschen sein. In Tabelle 5 sind die Bedürfnisse dementer Menschen, wie sie sich aus der Retrogenese Theorie ergeben, dargestellt.

Tab. 4: Grundlagen der Retrogenese- Theorie:
Merkmale der normalen Kindheitsentwicklung und der Alzheimer Krankheit (Reisberg et al. 2002 ) 

  Alter (ca.) Dauer bei der Ent-
wick-
lung
Erworbene Fähigkeiten Verlorene
Fähigkeiten
Alzheimer Stadium Dauer
bei der
Alzheimer-
krankheit
Enwtwicklungs-
alter des
Patienten
Erwach-sener 13-19 7 J Beruf ausüben Beruf ausüben 3 MCI* 7 Jahre 19-12
(Erwachsener)
Späte Kindheit 8-12 5 J Einfache Finanzaktionen Einfache Finanzaktionen 4 (leicht) 2 Jahre 12-8 Jahre
(späte Kinder)
Mittlere Kindheit 5-7 2,5 J Kleidung auswählen Kleidung auswählen 5 (mäßig) 1,5 Jahre 7-5 Jahre
(mittlere Kindheit)
Frühe Kindheit 5

4
4
3-4,5
2,3
4 J Anziehen

Waschen
Toilette
Urinkontrolle
Darmkontrolle
Anziehen

Waschen
Toilette
Urinkontrolle
Darmkontrolle
6a (mschwer)

b
c
d
e
2,5 Jahre 5-2 Jahre (frühe Kindheit)
Säugling-salter 15

1
1
6-10
2,4
1-3
1,5 J 5-6 Worte sprechen
1 Wort sprechen
Gehen
Sitzen
Lächeln
Kopf aufrecht halten
5-6 Worte sprechen
1 Wort spr.
Gehen
Sitzen
Lächeln
Kopf aufrecht halten
7a
(schwer)
b
c
d
e
f
7 Jahre 15 Monate
bis Geburt (Geburtsäug
lingsalter)
Copyright 1984, 1986, 2000 Barry Reisberg, alle Rechte vorbehalten.
*MCI – Mild cognitive Impairment (Leichte kognitive Störung) 

 

Tab. 5: Bedürfnisse dementer Personen nach der Retrogenese Theorie (Reisberg, 1998)

FAST Stadium Entwicklungsalter Benötigte Betreuung bei Alzheimerpatienten
1
Erwachsener KeineKeine
2
Erwachsener Keine
3
12+ Jahre Keine
4
8-12 Jahre Unabhängiges Überleben möglich
5
5-7 Jahre Person kann alleine ohne Unterstützung nicht überleben
6
2-5 Jahre Person braucht vollzeitige Begleitung
7
0-2 Jahre Person benötigt vollzeitige Pflege und Begleitung

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6. Diagnose und Früherkennung


Die Alzheimer’sche Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Warum sollte man sich also um eine frühe Erkennung der Krankheit bemühen?


Eine frühe Erkennung ist wichtig:
1. Um körperliche Erkrankungen, die zu sekundär degenerativen Demenzen führen können, rasch behandeln zu können
2. Um Therapien früh anzusetzen, denn so sind sie am sinnvollsten

Durch die Entwicklung therapeutischer Methoden (pharmakologischer und nicht pharmakologischer) besteht heute kein Grund mehr für eine nihilistische Einstellung.
Je früher im Krankheitsverlauf ein breit angesetztes Behandlungskonzept beginnen kann, desto sinnvoller ist es. Dies gilt sowohl für pharmakologische Therapien als auch für nicht pharmakologische Therapien (z.B. psychosoziale Begleitungsprogramme).

Eine frühe Erkennung bedeutet eine Erkennung der Symptomatik in der Prodromalphase (FAST Stadium 3, siehe Tabelle 3) und in der Phase des Beginns einer Demenz (FAST Stadium 4, siehe Tabelle 3).
Kommt es zu einer Minderung der kognitiven Leistungsfähigkeit, so sollte auf jeden Fall die Ursache fachärztlich abgeklärt werden und nicht automatisch das Alter für die verringerte geistige Leistungsfähigkeit verantwortlich gemacht werden.

Heute werden international anerkannte Diagnosekriterien verwendet. Dadurch werden die Vergleichbarkeit und die Verlässlichkeit der Diagnosen erhöht.

In Tabelle 6 sind die wichtigsten Untersuchungsschritte zur Abklärung einer demenziellen Erkrankung aufgelistet.

Tab. 6: Notwendige Untersuchungen zur Abklärung einer Demenz

- Krankengeschichte
- Krankengeschichte von einem nahen Angehörigen
- Medikamente
- Medizinische Untersuchung
- Neurologische Untersuchung
- Psychopathologische Untersuchung
- Neuropsychologische Testung
- Laboruntersuchung
- Elektrokardiogramm
- Elektroenzephalogramm
- Bildgebende Verfahren (CT, MRT, SPECT)

Auf der Suche nach den frühesten Symptomen einer Alzheimer’schen Krankheit wurden in einer Population von 83 Patienten folgende Symptome gefunden: 47 % der Patienten zeigten Gedächtnisschwierigkeiten als erste Zeichen, 32 % hatten psychiatrische Symptome (sozialer Rückzug, Misstrauen paranoide Wahnsymptomatik, Furcht, generalisierte Angst, Ärger, Wutausbrüche, Aggression, Horten, übermäßiges Geldausgeben, Verlust des sozialen Taktes, Depression, wahnhafte Depression) 10.9% hatten neurologische Symptome (Orientierungsschwierigkeiten, Dysphasia, Dyspraxia), 9.6% hatten Schwierigkeiten im Alltag (Schwierigkeiten mit Finanzen, Berichte von Arbeitskollegen über schlechtere Leistungen, Verwirrung bei längeren Reisen; Oppenheim , 1994).

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7. Die Behandlung der Alzheimer’schen Krankheit


Da eine kausale Therapie demenzieller Erkrankungen noch nicht möglich ist, muß der Behandlungsplan für diese Gruppe von Erkrankungen breit angelegt sein. Die grundlegenden Ziele der Behandlung sind eine Verzögerung des Fortschreitens der Erkrankung und eine möglichst lange Erhaltung der Selbständigkeit der Betroffenen. Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt in der Behandlung ist die Begleitung und Unterstützung von Angehörigen.

Wichtige weitere Ziele sind:
- Erhaltung der Würde und des Selbstwertes in jedem Stadium der Erkrankung
- Ermöglichung der Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse (z. B. Bewegung, frische Luft, Beschäftigung, sinnvoller Tagesablauf, Zuneigung, Achtung)
- Aktivierung und Förderung

Antidementiva (Medikamente zur Behandlung von Demenzen) können eine Verzögerung des Fortschreitens der Krankheit bewirken. Die Wirksamkeit dieser Mittel wurde mit wissenschaftlichen Methoden belegt . Eine Therapie sollte deshalb versucht werden. Der Behandlungserfolg ist im Einzelfall nicht vorhersehbar, weshalb eine Therapie vom Arzt sehr genau überwacht werden sollte. Leichte bis deutliche Erfolge werden bei 10-30% der Behandelten angegeben. Die derzeit zur Verfügung stehenden Antidementiva gehören der Klasse der Cholinesterasehemmer an . Derzeit sind die Präparate Arizept, Exelon, Reminyl und Cognex zugelassen. Die Präparate unterscheiden sich v.a. durch ihre Nebenwirkungsprofile.
Antidementiva sind in den frühen Phasen der Erkrankung am sinnvollsten.

Studien haben gezeigt (Mittelmann 1996, Brodaty 1997), daß Angehörigenentlastung in Form von Angehörigengruppen und Trainingsprogrammen eine signifikante Verzögerung des Zeitpunktes einer Institutionalisierung bewirken.
Darüber hinaus scheint es uns wichtig, auch Betroffene in eine psychosoziale Betreuung einzubinden. Eine ganzheitliche psychosoziale Betreuung hat das Ziel, Angehörige und Betroffene aninander in der veränderten Lebenssituation anzunähern und eine bessere Lebensqualität für beide zu erzielen.

Betroffene haben die Chance ihre Krankheit besser zu verarbeiten und Strategien zu entwickeln, die ein möglichst langes, selbständiges Funktionieren ermöglichen.
Angehörige müssen über die Erkrankung informiert werden und den Umgang mit den Symptomen der Erkrankung lernen. Manche müssen lernen, Hilfestellungen zu akzeptieren und sich selber Freiräume zuzugestehen.
Sowohl für Angehörigenentlastung als auch für ganzheitliche psychosoziale Entlastungsprogramme gilt, daß je früher im Krankheitsverlauf diese ansetzen, desto größer ist der Effekt.

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8. Das Bad Ischler Konzept: Therapie und Förderung für Angehörige und Betroffene


Ohne Familienangehörige ist die Betreuung und Begleitung Demenzkranker nicht möglich. Die Kosten für Staat und Gesellschaft wären enorm!

Damit Familienangehörige eine Betreuung so lange wie möglich gesund durchführen können, ist es notwendig, Entlastung anzubieten.

Betreuende Angehörige werden häufig durch die ungeheuren Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, selbst krank (z.B. Depressionen, Bluthochdruck) und benötigen mehr Medikamente und Arztbesuche als Angehörige die entlastet werden (Brodaty, 1997).

Unter der Bezeichnung Therapie-und Förderungsaufenthalt (TUF) wurde von MAS ein Konzept zur optimalen Förderung Betroffener und der Entlastung pflegender Angehöriger entwickelt.

Der Betroffene wird von einem für ihn wichtigen Betreuer begleitet (Ehemann, Ehefrau, Kinder, Professionelle Betreuer). Durch Schulungen bekommt der Betreuer Informationen über die Krankheit, über Behandlungsmöglichkeiten, und lernt durch „Lernen am Modell“ einen besseren Umgang mit dem Betroffenen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß die gelernten Verhaltensweisen sich auf den Alltag zu Hause übertragen lassen.

Den Betreuern werden darüber hinaus Vorträge, die eine gesunde Lebensführung fördern sollen, angeboten.
Ein besonderes Augenmerk wird auf Verhaltensauffälligkeiten und schwierige Verhaltensweisen und deren psychosoziale Behandlung gelenkt. Angehörige lernen auch wieder, einen Freiraum für sich zu akzeptieren, Spaß und Freude an Unternehmungen ohne die Beschwernisse des Alltages. Dieser Freiraum ist essentiell für eine gesunde Zukunft von betreuenden Angehörigen. Das Bewusstsein, dass die Betroffenen gut aufgehoben sind und auch einmal für ein paar Stunden mit anderen Menschen zusammen sein können, schafft das Vertrauen und ermöglicht die Akzeptanz dieser Freiräume. Speziell ausgebildetes Personal kümmert sich um Betroffene und Angehörige. Das Team besteht aus Arzt, Psychologen, Krankenschwestern und speziell ausgebildeten MAS TrainerInnen.
Betroffene werden stadiengerecht gefördert und beschäftigt. Verschiedene therapeutische Methoden werden angewendet. (z. B. Ergotherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie, Physiotherapie, Kommunikationstherapie).
Ein wichtiger Aspekt ist das Wohlfühlen: Massagen werden für Betroffene und Angehörige angeboten, wir bemühen uns stets, eine angenehme unterstützende Atmosphäre zu schaffen.
Wichtig ist auch dass Humor, Heiterkeit und Spaß nicht zu kurz kommen!

Eine Therapie dauert 14 Tage und wird im Bad Ischler Hotel Goldener Ochs durchgeführt. Das Konzept des Therapie - und Förderungsaufenthaltes wurde im Jahr 2001 mit dem Paul Petrie Preis der Universität Graz ausgezeichnet.

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9. Referenzen


Auer SR. , Reisberg B.The GDS/FAST staging system. Internat. Psychogeriatrics 1997, 9, Suppl 1.

Bancher C, Croy A, Dal Bianco P, Danielczky, Fischer P, Gatterer G, Gurka P et al. Österreichisches Alzheimer-Krankheit-Konsensuspapier. Neuropsychiatrie 1998, Band 12, 126-167.

Brodaty H, Gresham M, Luscombe G. The Prince Henry Hospital dementia caregiver’s training programe. Int.J Geriatric Psychiatry, 1997, 12, 183-192.

Golomb J, Kluger A, Ferris SH. Mild cognitive impairment : identifying and treating the earliest stages of Alzheimer’s disease. Neuroscience News 2000, Vol3, 46-53.

Hoffman A, W.A. Rocca, Brayne et al. The prevalence of dementia in Europe: a collaborative study of 1980-1990 findings. Int. J. Epidemiol. 1991, 20, 381-390 .

Mittelman MS, Ferris SH, Shulman E, Steinberg G, Levin B. A Family intervention to delay nursing home placement of patients with Alzheimer’s disease. JAMA, 1996, 1725-1731.

Ohm T, Muller H, Braak H, Bohl J. Close-mesehed prevalence rates of different stages as a tool to uncover the rate of Alzheimer ‘s disease- related neurofibrillary change, Neuroscience, 1995;64:209-217.

Oppenheim G. The earliest signs of Alzheimer’s Disease. Journal of Geriatric Psychiatry and Neurology 1994, Vol 7, 116-120.

Petersen RC. Normal aging, mild cognitive impairment, and early Alzheimer’s disease. The neurologist 1995, Vol1, 326-343.

Reisberg B. Hirnleistungsstörungen , Alzheimersche Krankheit und Demenz. 2. korrigierte Aufl- Weinheim, München : Psychologie Verlags-Union, Beltz, 1987.

Reisberg B, Franssen EH, Hasan SM, Monteiro I, Boksay I, Souren L, Kenowsky S, Auer S, Elahi S, Kluger A. Retrogenesis : clinical, pysiologic, and pathologic mechanisms in brain aging, Alzheimer’s and other dementing processes. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 1999,249 : Suppl 3 28-36.

Reisberg B, Franssen EH, Souren L, Auer S, Kenowsky S. Progression of Alzheimer’s disease: variability and consistency:ontogenic models their applicability and relevance. J Neural Transm 1998, 54: 9-20.

Reisberg B. Functional assessment staging (FAST). Psychopharm. Bull. 1988, 24, 653-659.

Reisberg B, Franssen EH, Souren LEM, Auer SR, Akram I, Kenowsky S. Evidence and mechanisms of Retrogenesis in Alzheimer’s and other dementias : management and treatment import. American J of Alzheimer’s Disease and other Dementias, 2002, Vol 17, 1-11.

Snowdon DA, Kemper SJ, Mortimer JA, Greiner LH, Wekstein DR, Markesbery WR. Linguistic ability in early life and cognitive function and Alzheimer’s disease in late life. JAMA 1996, Vol 275, 528-532.

Wancata J, Kaup B, Krautgartner M. Die Entwicklung der Demenzerkrankungen in Österreich in den Jahren 1951 bis 2050. Wiener Klinische Wochenschrift 2001, Nr. 5/6.

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10. Literaturtipps

LIEBESGESCHICHTEN – Biographiearbeit mit alten Menschen
BLIMLINGER Eva, ERTL Angelika
KOCH-STRAUBE Ursula,
WAPPELSHAMMER Elisabeth
Vincentz Verlag, Hannover 1996
ISBN: 3-87870-060-1

ALZHEIMER – WAS TUN?
Eine Familie lernt, mit der Krankheit zu leben
GÖTTE Rose, LACKMANN Edith
Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1996
ISBN: 3-407-55745-0

HÄUSLICHE PFLEGE.... UND SICH NICHT VERGESSEN
Was pflegende Angehörige wissen sollten
HÖHN Monika
Papyrossa Verlag Gmbh & Co, Kg, Köln 1995
ISBN: 3-89-438-095-0

DAS GROSSE VERGESSEN – DIE ALZHEIMER KRANKHEIT
FURTHMAYR-SCHUH Annelies
Kreuz Zürich 1997
ISBN: 3-268-00102-5

WENN ELTERN KINDER WERDEN UND DOCH ELTERN BLEIBEN
Die Doppelbotschaft der Altersdemenz
KLESSMANN Edda
Verlag Hans Huber/BRO 1999
ISBN: 3-456-83190-0

SO BLÖD BIN ICH NOCH LANGE NICHT
Was in geistig verwirrten, älteren Menschen vor sich geht
Information und Hilfe für Angehörige, Freunde und Pflegende
Dr. MIESEN Bere
Verlag Trias 1998
ISBN: 3-89373-331-0

LEBEN MIT VERGESSLICHKEIT
Dr. med. THUILE Christian

EIN LANGER ABSCHIED
Der Verlauf einer Alzheimer-Krankheit
DETTE Ursula

LEBEN MIT DER ALZHEIMER KRANKHEIT
FELDMANN Lili

ALZHEIMER KRANKHEIT
Ursachen, Krankheitszeichen, Untersuchung, Behandlung
Dr.med. KRÄMER Günther

DAS LEBEN VERGESSEN
Leben mit Demenzkranken alten Menschen
STUHLMANN Wilhelm

„NIMM DIR ZEIT FÜR OMA UND OPA“
Geistig fit ins Alter
Gedächtnisübungen für ältere Menschen
Gerald Gatterer, Antonia Croy
Springer Verlag WienNewYork
ISBN 3-211-83542-3

VERWIRRUNG
Als gesellschaftliche Herausforderung
Gerald SCHÖPFER / Gerlinde STESSEL (Hg.)
Druck: Medienfabrik Graz
ISBN 3-901674-09-8

DER VERWIRRTE ALTE MENSCH
Gerald SCHÖPFER / Gerlinde STESSEL (HG.)
Druck: Medienfabrik Graz
ISBN 3-901674-07-1

VALIDATION
Ein neuer Weg zum Verständnis alter Menschen
FEIL Naomi
Verlag: Altern & Kultur – Validation in Österreich
ISBN: 3-901291-05-9

VALIDATION IN ANWENDUNG UND BEISPIELEN
Der Umgang mit verwirrten Menschen
FEIL Naomi
Reinhardt-Verlag
ISBN 3-497-01516-4

AUSBRUCH IN DIE MENSCHENWÜRDE
Validation – einfache Techniken um Menschen mit
Altersverwirrtheit/Demenz vom Typus Alzheimer zu helfen
Naomi FEIL
ISBN 3-901291-04-0

MITEINANDER REDEN: STÖRUNGEN UND KLÄRUNGEN
SCHULZ von THUN Friedemann
Rowohlt Taschenbuchverlag , 1998
ISBN: 3-499-60606-2

MEDITIEREN IN ALLEN LEBENSLAGEN
Meditationstechniken für Körper, Geist und Seele
STEVENS Edward
Rowohlt Tschenbuchverlag Gmbh
ISBN: 3-499-19758-8

KRANKENPFLEGE ZU HAUSE
Auf der Grundlage der anthroposophisch orientierten Medizin
BENTHEM van BEEK VOLENHOVEN Albertine,
BOS Saskia, VISSER-KLEIN LEBBINK Will,
HOUSSAYE LIEVEGOED de la Ermengarde,
Verlag freies Geisterleben, Stuttgart 1996
ISBN: 3-7725-0170-2

DIE ALTEN ELTERN ZU HAUSE PFLEGEN
Fürsorge, Pflege und praktische Tips für den schweren Alltag
BERGMANN Stefanie
Kreuz Verlag AG, Zürich 1996
ISBN: 3-268-00189-0

MIT WÜRDE AUS DEM LEBEN GEHEN
Ein Ratgeber für die Begleitung Sterbender
CALLANAN Maggie, KELLEY Patricia
Knauer Verlag, München 1993
ISBN: 3-426-84021-9

PRAKTISCHES HANDBUCH DER HAUSKRANKENPFLEGE
HASTINGS Diana
Herder Verlag, Freiburg in Breisgau 1989
ISBN: 3-451-21320-6

KOMM: ICH LASS DICH GEHEN
Schwerkranke zu Hause pflegen
STROHAL Helga, STROHAL Walther
Verlag am Eschenbach 1992
ISBN: 3-88671-127-7

DIE PFLEGE VERWIRRTER ALTER MENSCHEN
Psychisch Alterskranke und ihre Helfer im menschlichen Miteinander
GROND Erich
Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau 1996
ISBN: 3-7841-0871-7

ETWAS TUN!
Die Arbeit mit Alzheimerkranken und anderen chronisch Verwirrten
ZGOLA Jitka M.
Verlag Hans Huber, Bern 1999
ISBN: 3-456-83397-0

ALZHEIMER-KRANKE BETREUEN
Dr.med. KRÄMER Günther

HANDBUCH DER BETREUUNG UND PFLEGE VON ALZHEIMER-PATIENTEN
Herausgegeben von Alzheimer Europe
1999 Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14
D-70469 Stuttgart

HILFEBEDÜRFTIGE UND AUTONOMIE
Zur Flankierung von Altersproblemen durch kooperationsorientierte Hilfen
ZEMAN Peter (Hrsg)
Deutsches Zentrum für Altersfragen e.V.
Berlin 1989
ISBN: 3-88962-086-8

DAS ALTER
BEVAUVOIR de Simone
Rowohlt Taschenbuchverlag Gmbh
ISBN: 3-499-17095-7

EIN SANFTER TOD
BEVAUVOIR deSimone
Rowohlt Taschenbuchverlag Gmbh
ISBN: 3-499-11016-4

WO IST DENN MEINE BRILLE?
BIEGEL Anne, SWILDENS Heleen
dtv-Verlag Gmbh & Co, KG München 1995
ISBN: 3-423-25100-X;

WAS IST HEILEN?
Berühmte Heilerinnen und Heiler antworten
CARLSON Richard, SHIELD Benjamin (Hrsg)
Goldmann Verlag, München 1994
ISBN: 3-422-13768-3


LEBEN AUS ZWEITER HAND
Reihe „Die Frau in der Gesellschaft“
DAVID Janina
Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 1990
ISBN: 3-596-24744-6

ALTERN IM LEBENSLAUF
Leopold ROSENMAYR
Vaudenhoeck & Ruprecht Verlag
Göttingen 1996
ISBN: 3-525-01720-0

PFLEGENDE GESCHICHTEN
Pflegende Angehörige erzählen
SCHREIBWERKSTATT AM BÜRGERTREFF Nürtingen
Sindlinger-Burchartz Verlag
Frickenhausen 1994
ISBN: 3-928812-07-6

ALTERN ALS HERAUSFORDERUNG
Band 1 – Soziale Teilhabe und Integration älterer Menschen
SIMON Gertrud und HARING Solveig
Druckerei Theiss GmbH, A-9400 Wolfsberg
Graz 1999
ISBN: 3-7011-7417-2

SMALL WORLD
Roman
SUTER Martin
Diogenes Verlag AG Zürich 1997
ISBN: 3-257-06146 –3

ALZHEIMER
Das Leben eines Arztes und die Karriere einer Krankheit
MAURER Konrad und Ulrike
Piper Verlag GmbH, München 1998
ISBN: 3-492-04061-6

DER 36-STUNDEN TAG
Die Pflege des verwirrten älteren Menschen
MACE Nancy L.

DAS ALZHEIMER-SCHICKSAL MEINER FRAU
Lebend begraben im Bett
FUHRMANN Alfred

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